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Kritik: Doppelmord (1999)



Doppelmord

Original-URL: http://www.zelluloid.de/heinz/filme99/doppelmord.htm
Archiv-URL: http://www.zelluloid.de/heinz/imho.htm
Rating: 65%

Thriller/ Gericht, USA, 1999, 105 Min., 
Originaltitel: Double Jeopardy, 
Regie: Bruce Beresford
Darsteller: Ashley Judd, Tommy Lee Jones, Benjamin Weir, Jay Brazeau, 
Bruce Greenwood, John MacLaren, Ed Evanko, David Jacox, French Tickner

Ein netter Zug, daß ein reicher Mann seiner Frau eine Segelyacht 
schenken will, was sich aber daran anschließt ist weniger nett, denn 
mitten in der Nacht wird sie im blutgetränkten Bett wach und wird 
kurz darauf wegen Mordes an ihrem Gatten ins Gefängnis gesteckt, 
obwohl sie immer und immer wieder ihre Unschuld beteuert. 

Sie sind ein glückliches Paar, Libby (Ashley Judd) und ihr Mann Nick 
Parsons (Bruce Greenwood), leben in einem schönen Haus direkt am Meer,
und auch finanziell scheint es keine Sorgen zu geben, denn Nick 
schenkt seiner Frau einfach so eine luxuriöse Yacht. Auf der 
Einweihungsfahrt, die bei gutem Wetter richtig idyllisch beginnt, 
kommt es dann aber zu einer Katastrophe: Libby wird nachts wach und 
sieht, daß das Bett und auch der Rest des Bootes voller Blut sind, und
Nick nirgendwo zu finden ist. Auf Deck findet sie ein Messer, mit dem 
Nick offensichtlich verletzt wurde, was die Küstenwacht, die sie 
gleich auffindet zu der Vermutung kommen lässt, daß sie ihren Mann 
ermordet hat.
    Obwohl sie immer wieder ihre Unschuld beteuert, wird sie vor 
Gericht gestellt und wenig später zu sechs Jahren Haft wegen Mordes an
Nick verurteilt. Im Gefängnis droht die junge Frau bald zu zerbrechen,
bis sie nach wenigen Monaten eine neue Lebensmotivation findet: durch 
Zufall findet Libby heraus, daß ihr Mann doch nicht tot ist, wie 
vermutet, sondern sich mit einer Freundin, die ihren Sohn adoptiert 
hat, und den Zwei Millionen Dollar aus der Lebensversicherung 
abgesetzt hat. Wie sie von einer Mitgefangenen erfährt, darf sie nach 
amerikanischem Recht nun, nachdem sie ihre Strafe abgesessen hat, 
ihren Mann töten ohne dafür belangt werden zu können. Nachdem sie also
ihre Strafe abgesessen, und sie sich für den Ernstfall fit gemacht 
hat, macht sie sich sofort nachdem sie auf Bewährung entlassen wurde 
auf die Suche nach Nick. Verfolgt wird sie von Travis Lehman (Tommy 
Lee Jones), einem heruntergekommenen Bewährungshelfer, der für sie 
verantwortlich ist. 

Eigentlich eine ganz nette Geschichte, die sich auf eine Gesetzeslücke
des amerikanischen Rechtssystems stützt. Nach einem Paragraphen, der 
als "Double Jeopardy" bekannt ist, darf eine Person nicht zweimal 
wegen des selben Verbrechens vor Gericht gestellt werden, auch wenn 
sie das Verbrechen noch gar nicht begangen hat, sondern nur deswegen 
verurteilt wurde. In diesem Fall dürfte also die junge Frau ihren 
Gatten auf offener Straße erschießen, ohne dafür belangt werden zu 
können, weil sie die Strafe, die dafür fällig wäre, ja bereits 
abgesessen hat.
    Dennoch gibt es an "Doppelmord" einiges zu bemängeln, so zum 
Beispiel die Motivation der Hauptperson; warum versucht sie nicht 
einfach auf juristischem Wege ihren Mann zu finden, und somit ihre 
Unschuld zu beweisen, was sie ja anfangs ansatzweise tut? Und warum 
sind die weltweiten Datennetze in den Augen Hollywoods denn immer so 
ewig weit offen, daß man ohne größere Probleme jedermanns Adresse so 
ohne weiteres herausfinden kann? Alles in allem ist der Film trotzdem 
ein recht brauchbarer Thriller, aber auch nichts Besonderes.

heinz
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Alexander Werner Jachmann aka. Heinz

e-mail:  www@jachmann.de
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