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Kritik: Gottes Werk und Teufels Beitrag (1999)



Gottes Werk und Teufels Beitrag

Original-URL: http://www.zelluloid.de/heinz/filme99/cider.htm
Archiv-URL: http://www.zelluloid.de/heinz/imho.htm
Rating: 70%

Drama, USA, 1999, 125 Min., 
Originaltitel: The Cider House Rules, 
Regie: Lasse Hallström
Darsteller: Tobey Maguire, Charlize Theron, Delroy Lindo, Paul Rudd, 
Michael Caine, Jane Alexander, Kathy Baker, Kieran Culkin, 
Kate Nelligan, Heavy D, Erykah Badu 

Nachdem er der junge Homer Wells sein ganzes bisheriges Leben in einem
Waisenhaus verbracht hat, das für ihn die ganze Welt darstellt, 
beschließt er seine Sachen zu packen, und in die weite Welt zu ziehen,
um dort sein Glück zu finden. Irgendwo, meint er, wird er schon eine 
sinnvolle Beschäftigung finden, die ihn ähnlich nützlich macht, wie 
der Job des Frauenarztes, den er vom Waisenhausarzt gelernt hat. 

Schon so lange Homer Wells (Tobey Maguire, Pleasantville) denken kann,
lebt er in einem Waisenhaus. Niemand wollte den Jungen zu sich nehmen,
und so kommt es, daß er auch als er erwachsen wird, immer noch 
zwischen anderen, meist viel jüngeren Knaben, seine Nachtruhe suchen 
muß. Der Waisenhausarzt Dr. Wilbur Larch (Michael Caine) hat 
allerdings eine Bedingung daran geknüpft, daß Homer weiterhin dort 
wohnen bleiben darf: er muß sich nützlich machen. Im Laufe der Jahre 
hat Homer auch wirklich so gut wie alles von Dr. Larch gelernt, er 
kann sogar eigenständig als Arzt arbeiten, lediglich das medizinische 
Diplom würde ihm noch fehlen, um diesen Job offiziell ausführen zu 
dürfen.
    Obwohl er es im Waisenhaus recht gut hat, und eine angesehene 
Person ist, beschließt Homer eines Tages recht plötzlich, mit einem 
Pärchen mitzufahren, um einmal etwas anderes von der Welt zu sehen, 
als nur das, was er bisher gesehen hat. Dr. Larch läßt seinen Zögling 
zwar nur recht ungern in die Fremde ziehen, stellt sich ihm aber 
letztendlich doch nicht in den Weg. Ob Homer weit weg von zu Hause 
glücklich werden kann? Eine Unterkunft und einen Job hat er schnell 
gefunden, denn das Pärchen, das wegen einer Abtreibung im Waisenhaus 
war, lebt in einem kleinen Ort, der von der Apfelproduktion lebt, und 
die Mutter von Wally (Paul Rudd) besitzt eine eigene Plantage, wo er 
sofort unterkommen kann, und auch von den anderen, meist farbigen, 
Arbeitern sofort akzeptiert wird. Außerdem ist er so auch nicht gerade
weit weg von Candy (Charlize Theron, 2 Tage In L.A.), deren Familie 
nur wenige Meilen entfernt lebt. Mit ihr hat er sich sofort richtig 
gut angefreundet, und vor allem als ihr Freund Wally in den Krieg 
ziehen muß, ist Homer ein wichtiger Freund für sie. 

Ein guter Film, sicherlich, aber dennoch wird der Film wohl etwas zu 
hochgejubelt. Die Schauspieler sind fraglos gut, und auch dürfte den 
Oscar für die beste männliche Nebenrolle nicht zu unrecht bekommen 
haben, ihn aber als den besten Film des Jahres hinstellen zu wollen, 
ist doch etwas zu viel des Guten. Auch wenn man dem Film vorwerfen 
könnte, er trete einseitig für die Abtreibung ein, was in den 
Vereinigten Staaten immer noch ein recht heikles Thema ist, anders als
hier in Deutschland, stimmt das eigentlich nicht. John Irving, Autor 
der Romanvorlage und des Drehbuchs, tritt zwar öffentlich für 
Abtreibung ein, der Film hingegen liefert recht wertungsfreie 
Ansichten sowohl dafür als auch dagegen, personifiziert durch Homer 
(contra) und Dr. Larch (pro). 

heinz
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Alexander Werner Jachmann aka. Heinz

e-mail:  www@jachmann.de
URL: http://www.jachmann.de/