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Kritik: House On Haunted Hill
- Subject: Kritik: House On Haunted Hill
- From: Andreas Edler <andreas@filmfacts.de>
- Date: 27 Apr 2000 05:45:34 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Sun, 28 May 2000 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: edler 71/1005 f080214
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: filmfacts
- Reply-to: andreas@filmfacts.de
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- Xref: nr-do2.de.uu.net de.rec.film.kritiken:1035
> "House On Haunted Hill"
> 21.04.2000 / Residenz (Bückeburg)
Nachdem mit "Turbulenzen und andere Katastrophen" ein eher ruhiges Drama
zu sehen war, mußte ich mich eigentlich in der Pause vor dem zweiten Teil
der Sneak-Nacht nicht stärken. Aber die dargebotenen Frikadellen sahen
doch sehr lecker aus und so blieb es nicht bei einer "Bullette auf die
Hand" ;-) auch meine Sitznachbarn mußten den Verzehr eines weiteren
Klopses ertragen *g*
Besser als der Nacho-Mit-Käse-Geruch ist das aber allemal und so knistern
und rascheln wie Popcorn tut es auch nicht.
> Zum Inhalt ...
Was kann wohl der steinreiche und leicht schräge Besitzer mehrer
Vergnügungsparks mit Schwerpunkt "Terror und Angst" - Steven B. Price
(Geoffrey Rush) - seiner attraktiven, von ihm aber nicht sonderlich
begeisterten Frau - Evelyn Price (Famke Janssen) - zum Geburtstag
schenken? Eine Feier im passenden Ambiente scheint angemessen.
Price organisiert also in einer einsam an einer Klippe gelegenen,
ehemaligen Psychatrie eine Feier mit einigen wenigen geladenen Gäste.
Jeder der Gäste soll am Morgen nach der Party 1.000.000 Dollar erhalten -
vorausgesetzt er lebt dann noch! Natürlich hat sich Price dies als Gag
ausgedacht und das Haus entsprechend präpariert und mit Tricks aus seinem
Vergnügungsparkfundus gespikt.
Doch spätestens als völlig andere Gäste als gedacht erscheinen keimt ein
erster Verdacht, der sich nach dem Verriegeln des Hauses bestätigen:
Irgendetwas ist in dem Haus ... oder ist *es* das Haus?
> Hmm ...
44 Jahre nachdem William Castle diesen Film bereits mit dem großartigen
Vincent Price(!) in der Hauptrolle auf die Leinwand gebracht hat, machte
sich ein weiterer William - nämlich Malone - daran, den Gruselschocker
erneut zu verfilmen.
Zunächst war ich wirklich "gegruselt" bis "unangenehm berührt". Ich finde
es einfach schrecklich Szenen zu sehen, die so tatsächlich passieren
*könnten*. Wie der verrückte Psychiater 1938 in dem alten "House On
Haunted Hill" die Experimente an seinen Patienten durchführt, ist sehr
genüßlich inszeniert. Also zugenähte Augen oder bei vollem Bewußtsein
operierte Menschen finde ich schockierend, wohingegen mich ein Kopf der
nur aus einem Mund besteht, völlig kaltläßt. Und das ist auch das Problem
dieses Films.
Die ersten 30 bis 40 Minuten waren durchaus passabel, weil alles
theoretisch möglich war - die Grundkonstellation "verwunschenes Haus" mal
akzeptiert. Steven B. Price wird in seinem Vergnügungspark vorgestellt
und ich mit meiner Höhenangst konnte den Nervenkitzel der ersten
Achterbahnszene sehr gut nachvollziehen. Auch das Schleichen durch die
dunklen Gänge des alten Spukhauses waren durchaus kribbelnd, vor allen
Dingen mit der effektvollen Tonkulisse, die wirklich hervorragend
gelungen ist.
Kurze Einblendungen der Geschehnisse des Jahres '38 sorgten für kleine
Zucker. Doch dann begann sich die Geschichte zu dehnen. Es ist nunmal
nicht mehr als ein 10-kleine-Negerlein-Spiel und wenn die dann auch noch
der Reihe nach dem selben Schema folgend gemeuchelt werden (sogar recht
vorhersehbar), dann fehlt der Thrill. Auch plötzlich wieder auferstandene
Totgeglaubte reißen heutzutage niemanden mehr zu Schreckensschreien hin
Danach begann dann der Teil, den ich bei eigentlich keinem Horror- und
Gruselfilm leiden kann (weswegen ich mich wohl auch nicht als einen Fan
dieses Genre bezeichnen kann): *das Böse* wurde wieder mal zu Rate
gezogen, als überhaupt nichts schreckliches mehr in dem Haus zu finden
war. Blöderweise war *das Böse* einfach nur ein Schatten, der durch den
Boden, die Decke, die Wände und was weiß ich zog und filmtechnisch auch
noch mies aussah. Nun begann eine kurze und nicht nachzuvollziehende Hatz
durch's Haus, welche von einem absolut unbefriedigenden Ende gekrönt war.
Ich kenne das Original nicht, und werde es mir sehr wahrscheinlich auch
nicht ansehen, aber es kann nur besser sein als dieses Remake ... und
wenn man den Nostalgiefaktor heranziehen muß ;-) Passable 30
Anfangsminuten retten den Film nicht über die volle Distanz, die
folgenden zwei Drittel sind einfach zu beliebig und unspannend.
Insgesamt eher enttäuschend.
Andreas
--
ICQ: 4133249 http://www.filmfacts.de
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There's always a bigger fish. letztes Update: 26.04.2000
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