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Kritik: Turbulenzen und andere Katastrophen
- Subject: Kritik: Turbulenzen und andere Katastrophen
- From: Andreas Edler <andreas@filmfacts.de>
- Date: 28 Apr 2000 07:01:37 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Mon, 29 May 2000 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: edler 72/1008 f141580
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: filmfacts
- Reply-to: andreas@filmfacts.de
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- Xref: nr-do2.de.uu.net de.rec.film.kritiken:1038
> "Turbulenzen und andere Katastrophen"
> 20.04.2000 / Residenz (Bückeburg)
Was ist denn nun los? - Mittwoch und ich bin gar nicht im Kino?! Ach ja,
verschoben auf Donnerstag <ritsch> So, besser. Also, Donnerstagabend
ausnahmsweise mal Sneak-Preview, weil es sich wegen dem darauffolgenden
Feiertag einfach anbot, den Termin zu verschieben - und es
praktischerweise gab so auch die Möglichkeit *schon wieder* eine
Doppelsneak zu präsentieren, ohne die Zuschauer allzusehr zu belasten.
Von mir aus kann das so weitergehen :-)
Ich habe ja ganz fest mit "House On Haunted Hill" gerechnet, aber der
Vorspann sah gar nicht nach Grusel aus und als dann der Titel
eingeblendet wurde, war mir noch nicht einmal klar, was wir da zu sehen
bekommen sollten. Ich hatte grob etwas in Richtung Komödie im Kopf ... ?
> Zum Inhalt ...
Es gibt ruhige Jobs, die man auf der linken Gesäßhälfte absitzen kann und
sich abends noch als perfekter Eheman seiner Familie widmen kann und es
gibt absolut stressige Jobs, bei denen man froh sein kann, wenn man nicht
zu einem zitternden Nervenbündel wird.
Nick Falzone (John Cusack) hat sich einen Arbeitsplatz der letzteren
Kategorie ausgesucht und sitzt in Tag- und Nachtschichten vor den
Radargeräten einer Flugleitstelle in New York, um die an- und
abfliegenden Flugzeuge mit einem halben Dutzend Kollegen ordentlich durch
den dichten Luftraum über dem Big Apple zu lotsen.
Bis zu dem Tag an dem Russell Bell (Billy Bob Thornton) auftaucht und
Nick seinen Platz als bester und sicherster Lotse der Leitstelle streitig
macht ...
> Hmm ...
Den Trailer zu "Pushing Tin" (die Lotsen sprechen davon, einfach nur
Blech durch die Luft zu schieben) hatte ich schon mal gesehen - glaube
ich. Naja, ich konnte jedenfalls unvoreingenommen und ohne Erwartungen an
den ersten Teil der Sneak Preview herangehen. Wahrscheinlich war das gut
so, denn so richtig kommt der Film zunächst nicht damit rüber, was er
eigentlich will.
Wir sehen wie Nick seinen Job erledigt, mit seinen Kollegen essen geht
und nebenbei auch noch eine Frau und ein Kind hat ... seine Familie wird
aber eher "nur so nebenbei" mitversorgt. Er hat einfach den Kopf mit der
Arbeit voll. Und John Cusack gelingt es wirklich gut, das auch so zu
verkörpern. Denn ohne daß die Geschichte anfangs Spannungselemente hat,
ist man als Zuschauer keinen Augenblick gelangweilt.
Spätestens als Russell Bell am Arbeitsplatz auftaucht und mit seiner
stoischen Ruhe und fast schon Unnahbarkeit ein wenig Unruhe in den
bisherigen Kreis der sehr eng befreundeten Fluglotsen bringt, beginnt
auch die Geschichte an Fahrt zuzulegen - wir sind jedoch immer noch nur
im 2. Gang und um es vorwegzunehmen, es wird auch nicht höher geschaltet.
Der Auftritt Russells junger, hübscher und aufreizender Frau Mary Bell
(Angelina Jolie) bringt dann jedoch noch etwas mehr Zündstoff und die
Gefühle Nicks zum Kochen.
Sehr schön, wie Cusack den langsam durchdrehenden Ehemann gibt, immer
paranoider wird und sich einen Sündenbock für seine Verfehlungen sucht,
dabei aber gleichzeitig immer den Moralapostel hochhält.
Eine richtige Komödie ist "Turbulenzen und andere Katastrophen" nicht
geworden, sollte es wohl auch nicht werden. Natürlich sind lustige
Elemente zu finden, aber es geht doch eher in Richting Tragikomödie. Zu
oft fragt man sich, ob nicht das ein oder andere Mal die eigenen
Handlungen und Gedanken (... niemals selbst schuld sein ...) ähnlich
derer Nicks gewesen sind und spätestens dann bleibt das Lachen im Halse
stecken.
Eine wirklich interessant erzählte Geschichte, die von zwei soliden
Schauspielern getragen wird, aber wahrscheinlich im Kino keine große
Aufmerksamkeit erzielen wird. Für eine Komödie - und als solche preist
das Filmplakat den Streifen an - sind dem "gemeinen" Kinogänger nicht
genug Zoten drin und zu guter Letzt muß man ja sogar den ganzen Film auf
Action warten.
Danke, daß dieser Film in der Sneak gezeigt wurde. Ich wäre
wahrscheinlich "normal" auch nicht reingegangen.
Andreas
--
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There's always a bigger fish. letztes Update: 26.04.2000
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