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Kritik: Keine halben Sachen (2000)



Keine halben Sachen 
Ein Film von Jonathan Lynn
Mit Bruce Willis, Matthew Perry, Rosanna Arquette, Nathasha
Henstridge, Michael Clarke Duncan u. a. 

Zahnarzt Nick Oseransky, genannt Oz, (Matthew Perry) hat ein
miserables Leben. Sein Schwiegervater hat die gemeinsame Praxis
ausgeplündert und ihn mit einem Berg Schulden sitzenlassen. In seinem
Haus in einem Vorort von Montreal sitzen seine Frau Sophie (Rosanna
Arquette) und seine Schwiegermutter, verpesten die Luft mit ihren
Zigaretten und schielen gierig auf seine Lebensversicherung, die
einzige Quelle möglichen Reichtums, die ihnen noch verblieben ist. Und
dann zieht in das Haus nebenan auch noch Jimmy "Die Tulpe" Tudeski
(Bruce Willis) ein. Der war Profikiller für die ungarische Mafia in
Chicago und hat sich eine relativ kurze Haft erkauft, indem er einen
Gangsterboss hinter Gitter gebracht hat. Jimmy jagt Oz zunächst eine
Heidenangst ein, dabei ist er eigentlich ein wirklich netter Kerl, von
seinem Beruf mal abgesehen. Nachdem sich Oz mit dem freundlichen
Killer von nebenan angefreundet hat, gerät sein ohnehin schon
kompliziertes Leben völlig aus den Fugen. Sophie zwingt ihn, nach
Chicago zu fliegen, um von Gangsterboss Yanni Gogolack (Kevin Pollack)
das Kopfgeld für Jimmy zu kassieren. Oz setzt sich zwar in den
Flieger, hat aber nicht die Absicht, Jimmy zu verraten. Doch schon
bald nach seiner Ankunft geraten die Dinge völlig außer Kontrolle, und
Oz steckt mitten in einer komplizierten Verschwörung, bei der nie so
ganz klar ist, wer auf wessen Seite steht und was als nächstes
geschieht.

Mafiosi sind auch nur Menschen. Ihre Kinder brauchen Zahnspangen, und
sie freuen sich, wie Jimmy die Tulpe, wenn die Tomaten in ihrem Garten
schön wachsen. Das scheint das neue Patentrezept für Filme (REINE
NERVENSACHE) und Fernsehserien (DIE SOPRANOS) zu sein. Bei KEINE
HALBEN SACHEN geht das Rezept auf. Über diesem Film hängt nicht der
Schatten des PATEN, eher lässt er an FARGO denken. Aber schließlich
haben wir es hier ja auch mit dem ungarischen Zweig der Mafia zu tun.
Jonathan Lynn treibt den Wahnsinn auf die Spitze und setzt dann noch
einen drauf. Immer wenn man glaubt, jetzt habe man alles durchschaut,
springt ein neuer Spieler aus dem Gebüsch und mischt die Karten wieder
neu. Matthew Perry ist dabei der Normalbürger, der einen staunenden
und entsetzten Blick in die Unterwelt wirft. Er spielt Oz mit genau
der richtigen Mischung aus Unschuld und Entschlossenheit. Man kann
nicht umhin, ihn mit Hugh Grant in MICKEY BLUE EYES zu vergleichen.
Perry kommt dabei besser weg, selbst wenn er über Möbel fällt. Er hat
auf jeden Fall ein Leben nach der Fernseh-Sitcom. Bruce Willis und
Michael Clarke Duncan als coole Killer mit einem verschmitzten Lächeln
auf den Lippen und einem Zwinkern im Auge geben gute Partner für ihn
ab.
Anders als bei vorangegangenen Mafiaparodien kommen hier auch mal die
Frauen zum Zuge. Sie sind nicht dazu verdammt, schreiend aus dem
Zimmer zu laufen oder als Dekoration herumzusitzen, sondern mischen
kräftig mit, von der fiesen Sophie, die immer gleich mehrere Eisen im
Feuer hat, bis zur kühlen Cynthia (Natasha Henstridge), vor der selbst
hartgesottene Mafiosi kuschen. "Mit den Waffen einer Frau" ist zwar
kein ganz neues Konzept, aber es ist wirksam und kommt auch den
zupackenden Damen in diesem Film gelegen. Mal ganz davon abgesehen,
dass zumindest eine von ihnen auch mit den Waffen der Männer keine
Probleme hat.

Ein äußerst unterhaltsamer Film, auch wenn die Menschen wie die
Fliegen sterben. 




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Hin und wieder macht es Spass, sich mit Themen zu beschaeftigen, 
die sich an Menschen richten, die älter als 25 sind.
                                            
                                          Clint Eastwood

Gesehen und Gelesen: http://sites.inka.de/darwin