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Kritik: Doppelmord
- Subject: Kritik: Doppelmord
- From: "Claus Schlamadinger" <a9804531@unet.univie.ac.at>
- Date: 16 May 2000 08:20:03 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Fri, 16 Jun 2000 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: schlamadinger 27/1042 f047524
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: Vienna University, Austria
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- Xref: nr-do2.de.uu.net de.rec.film.kritiken:1072
Hallo!
Diese und viele andere Filmkritiken könnt ihr unter
http://beam.to/filmkritik abrufen. Die aktuelle Frage auf dieser Page
lautet: Welche dieser vier Fortsetzungen würdet ihr am liebsten sehen? Stirb
Lansam 4, Indy 4, Terminator 3 oder Nackte Kanone 4.....Hinsurfen und
voten.......
Doppelmord, USA 1999
Originaltitel: Double Jeopardy
Genre: Thriller
Laufzeit: 105 Minuten
Regie: Bruce Beresford
Darsteller: Ashley Judd (Libby Parsons) Tommy Lee Jones (Travis Lehmann),
Bruce Greenwood (Nick Parsons), Annabeth Gish (Angela Green)
Wertung in der Internet-Movie-Database (www.imdb.com): 6,0
Bereits zum dritten Mal jagt Tommy Lee Jones einen Unschuldigen. Doch da
sein Gegenspieler diesmal nicht Harrison Ford oder Wesley Snipes sondern
Ashley Judd ist, verkommt "Doppelmord" zu einer eher lauen Angelegenheit.
Worum gehts:
Auf einem Segelturn mit ihrem Ehemann Nick wacht Libby am Morgen auf und
findet das Deck völlig blutverschmiert vor. Auch sie ist voller Blut.
"Zufällig" erscheint in diesem Moment die Polizei und verdächtigt Libby des
Mordes an ihren Mann. Obwohl man nie eine Leiche findet, wird sie unschuldig
zu sechs Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis hört sie etwas, was ihre ganze
Aufmerksamkeit findet: Da sie schon rechtskräftig wegen Mordes verurteilt
ist, könnte sie nach ihrer Haftentlassung ihren Mann aufsuchen und ihn
völlig straffrei töten. Ein Gesetz in Amerika macht das möglich - das
sogenannte "Double Jeopardy".......
Ich meine:
Warum heißt der Film in der deutschen Fassung nur "Doppelmord"? Dies hat mit
dem Film gar nichts zu tun, zumal man da nur einen Mord beobachten kann.
Double Jeopardy ist eine Eigenart im amerikanischen Rechtssystem die besagt,
dass man nicht zweimal für die selbe Tat bestraft werden darf. Der
Originaltitel "Double Jeopardy" bringt somit den Inhalt genau auf den Punkt.
Die Handlung in "Doppelmord" wird dem Zuschauer mit der Holzhammermethode
präsentiert. Es fehlen die flüssigen Übergänge und man wird jedesmal ohne
Einführung mit einer neuen Situation konfrontiert. Zack - eine heile
Familienwelt - Zack - ein mysteröser Mord - Zack - Gefängnis - Zack - eine
nach Rache sinnende Frau. Kleine Einleitungen hätten dem Film gut getan, so
wirkt er äußerst zerhackt.
Was wirklich sehr negativ auffiel, waren die teilweise haarsträubenden
Logikfehler. Libby sucht z.B. den Namen ihrer Freundin im Internet, weiß
aber ihre SV-Nummer nicht. In der nächsten Szene prüft sie aber genau mit
dieser Nummer die Kreditwürdigkeit von Angela. Sie ist voll kreditwürdig -
für eine Frau, die schon seit drei Jahren tot ist, ist das eine beachtliche
Leistung.
In einer anderen Szene versucht Libbys ziemlich lebendiger Mann sie aus dem
Weg zu räumen. Die Idee, wie er es anstellt, ist originell, aber warum lässt
er ihr Feuerzeug und Kanone, sodass sie sich mühelos aus ihrer misslichen
Lage befreien kann? Weiters: Travis Lehman ist ein richtiger Doberman und
gibt seinen Schützlingen keine zweite Chance. Bei Libby allerdings macht er
eine Ausnahme und holt sie sogar persönlich aus dem Knast ab anstatt sie von
der Polizei zurück ins Zuchthaus stecken zu lassen. Nun ja, irgendwie hat
sie ja entkommen müssen.
Auch wenn es die Macher des Films nicht gerne hören, aber die Parallen sind
zu groß, als das man ihn nicht mit "Auf der Flucht" und "Auf der Jagd"
vergleichen müsste. "Auf der Flucht" ist ein toller Film und "Auf der Jagd"
noch immer ganz gut. Im Gegensatz dazu geht "Auf Bewährung" (;-) ) ob dieser
Konkurrenz unter.
Ashley Judd wirkt in diesem Film eigentlich wie einer Fehlbesetzung,
beschränkt sich ihr Mienenspiel doch nur auf wenige Gesichtsausdrücke Eine
Frau, welche hasst und töten will, sieht anders aus - ebenso eine Frau, die
ihren Sohn wieder haben will. Tommy Lee Jones hätte ebenfalls von dieser
Rolle Abstand nehmen sollen, war doch klar, dass man diese Rolle am
Charakter des Samuel Gerard messen würde. Dafür war in diesem Film aber die
Rolle des Travis Lehman einfach zu dünn, als dass man hier ernsthafte
Vergleiche anstreben könnte.
Fazit: "Doppelmord" ist gerade noch durchschnittlich und sollte man sich nur
anschauen, wenn mal gerade nichts anderes im Kino läuft. Deshalb schaut es
für diesen Film eher schlecht aus, gibt es doch zur Zeit jede Menge bessere
Filme als diesen hier.
Persönliche Bewertung des Films: 5/10.
Schladi
(c) Claus Schlamadinger
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Welche Fortsetzung würdest du am liebsten sehen?
Die Hard 4, Terminator 3, Indy 4, Nackte Kanone 4
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