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Kritik: East is East (1999)



East is East 

Die Handlung 

Eine neunköpfige Familie, der Vater Pakistani, die Mutter Engländerin,
hat in London mit Inntegrationsproblemen zu käpfen. Der Vater ist
strenggläubiger mOslem und erwartet, dass seine Familie sich
dementsprechend verhält. 

Insbesondere heißt dies, dass es allein Angelegenheit des Vaters ist, zu
entscheiden, wann und wen die Söhne heiraten - im Prolog des Films ist
dies auch der Grund dafür, dass der älteste Sohn aus der Familie
verbannt wird: Er stürmt während der Trauung aus der Moschee. 

Auch die beiden nachfolgenden Söhne sind nicht viel begeisterter von des
Vaters Entscheidung, für sie wäre die Zeit zum Heiraten gekommen.
Natürlich kommt es auch nicht zur Hochzeit, die Familie schafft es, die
zukünftigen Schwiegereltern in spe so zu verärgern und zu beleidigen,
dass diese wütend das Haus verlässt. 


So ein Stuss! 

Die Handlung klingt nicht nur kurz, sie ist es auch. Nach einer Stunde
fragte ich mich, "habe ich etwas verpasst, oder ist bisher kaum etwas
passiert?" Erstim letzten Teil besannen sich Drehbuchautor und Regisseur
anscheinend darauf, dass ein Film dann auch so etwas wie eine Handlung
braucht, und versuchten, den Film zu retten. 

Es gelang ihnen absolut nicht. "East is East" ist einer der dämlichsten
Filme, die ich mir je angesehen habe. Die Handlung ist völlig albern und
vorhersehbar, die Witze auf unterstem Niveau (am Schluß nähert sich der
Film bedrohlich immer mehr an American Pie an. 

Der Konflikt "Integration" ist so flach und oberflächlich behandelt, wie
man es sich nur vorstellen kann. Von den Beweggründen des Vaters
erfahren wir überhaupt nichts, er wird als hirnloser Tyrann dargestellt,
dessen Wortschatz sich auf "Du mein Sohn, Du mir gehorchen! Mistkerl!"
beschränkt. Die zweite auftretende islamische Familie kommt nicht viel
besser weg: Die Töchter sind schrecklich überzeichnete Klischee-Drachen,
der Vater ein nichtssagendes Charakterloch. 

Warum das Theaterstück, auf dem dieser Film beruht, verfilmt wurde, ist
unbegreiflich. Hier wurde wieder ein Thema, das man potentiell
anspruchsvoll hätte behandeln können, mit größtmöglichem Mangel am
Tiefgang und denkbar langweilig abgefertigt. 

An einer Stelle wird angedeutet, dass der Vater auch so etwas wie eine
Lebensgeschichte, vielleicht sogar einen Charakter haben könnte: Der
Sohn, der gerade mit heiraten dran ist, stellt ihn zur Redem warum er
selbst denn auch eine englische Frau geheiratet hätte. Für einen
klitzekleinen Moment keimte bei mir die aberwitzige Hoffnung auf, an
dieser Stelle könnte so etwas wie ein Gespräch oder gar eine vernünftige
Diskussion zu Stande kommen. 

Natürlich wurde diese Hoffnung sofort zerstört, der Satz des Vaters
endete ein weiteres Makl mit "Mistkerl", und der Film blieb so flach,
wie er sich die ganze Zeit über präsentierte. 

Der Islam kommt in dem Flm denkbar schlecht weg - alle Moslems sind, so
die Grundaussage, verstandslose, ewiggestrige Fanatiker, die nicht in
der Lage sind, sich mit ihren Mitmenschen auseinanderzusetzen. 

Dank der unsagbar flachen Abhandlung des Themas und des Fäkarhumors
vereint "East is East" die Fehler von Ganz normal verliebt und American
Pie. 

Fazit: Dieser Film ist wirklich absoluter Blödsinn. 

Henning Schnoor

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