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Kritik: Aus Liebe zum Spiel
- Subject: Kritik: Aus Liebe zum Spiel
- From: "Claus Schlamadinger" <a9804531@unet.univie.ac.at>
- Date: 25 May 2000 07:15:56 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Sun, 25 Jun 2000 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: schlamadinger 29/1049 f061435
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: Vienna University, Austria
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- Xref: nr-do2.de.uu.net de.rec.film.kritiken:1079
Hallo!
Aus Liebe zum Spiel, USA 1999
Originaltitel: For love of the game
Genre: Drama
Laufzeit: 137 Minuten
Regie: Sam Raimi
Darsteller: Kevin Costner (Billy Chapel), Kelly Preston (Jane Aubrey), John
C. Reilly (Gus Sinski), Jena Malone (Heather)
Bewertung in der Internet-Movie-Database: 6,6
"Als Kevin Costner-Fan sollte man sich erschießen", ätzte ein amerikanischer
Filmkritiker, nachdem er Costners neues Werk gesehen hat. Nun ja, ich lebe
noch, habe den Film gesehen und bin froh, dass ich trotz zahlreicher
Unkenrufe nicht auf diesen wunderschönen Film verzichtet habe.
Worum geht's?
Der alternde Baseballstar Billy Chapel hat einen verdammt miesen Tag. Zuerst
erfährt er, dass der Eigentümer seiner Detroit Tigers den Klub und ihn
gleich dazu verkauft hat und dann verlässt ihn auch noch seine Freundin, die
von seiner homogenen Beziehung zum Baseball genug hat. Und ausgerechnet an
diesem Tag muss er eine wichtige Entscheidung treffen. Wechselt er nach New
York oder beendet er seine Karriere. Wie der Zufall es will, spielt er just
an diesem Tag gegen seinen vermeintlich neuen Klub. Während des Spiels lässt
er sein Leben Revue passieren und fragt sich, was in der Beziehung mit Jane
alles schiefgelaufen ist. Und am Ende des Spiels hat er sich dann
entschieden ober er aus Liebe zum Spiel weitermacht oder doch den Rest
seines Lebens mit Jane verbringen will....
Ich meine:
Höre ich da "Schmachtfetzen"? "Kitsch total"? "Gähnende Langeweile"? Ich
verüble es wirklich keinem, wenn man diese Attribute für diesen Film findet.
Nur möchte ich hinzufügen: Wenn man in einen Kevin Costner-Film geht weiß
man, auf was man sich einlässt. Daher ist ein nachträgliches Wehklagen
völlig unangebracht.
Es ist nicht zu leugnen, dass manche Szenen bis auf das letzte
ausgeschlachtet wird, aber wenn die Handlung dazu passt, nimmt man das gerne
in Kauf. Die Dialoge zwischen Kevin Costner und Kelly Preston haben wirklich
eine enorme Tiefe und erfordern eine besondere Liebe zu einer solchen Art
von Filmen.
Das Baseballspiel soll eigentlich nur als Rahmenhandlung diensen, doch
dennoch hat auch dieses seinen ganz bestimmten Reiz. ich verstehe nahezu
Null vom Baseball, aber in den entscheidenen Phasen des Spiels wetzte sogar
ich nervös am Sitz umher. In andern Filmen kann man sich sicher sein, das
das Team des Helden als Sieger vom Platz geht, hier aber zittert man bis zum
Schluss, ob Billy in diesem Spiel Sportgeschichte schreibt. Man denke nur an
"Tin Cup", in dem Costner aus Selbstachtung heraus nicht gewonnen hat (oder
etwa doch?).
Nach "Message in a bottle" drehte Costner also die nächste Lovestory und
auch hier enttäuscht er seine Fans nicht. Costner hat das gewisse Etwas was
seine Filme zu etwas besonderen machen. Ich könnte mir keinen anderen
Schauspieler vorstellen, der den alternden, einsamen Mann so gut spielen
kann wie er (Mit Schaudern denke ich da noch an "Random Hearts" mit Harrison
Ford). Kongeniale Partnerin in diesem Film ist Kelly Preston, die ebenso
fantastisch wie Costner die Handlung vorantreibt. Und dann ist da noch John
C. Reilly, der nach "Magnolia" erneut eine tolle schauspielerische Leistung
hinlegt. Ebenfalls sehenswert Jena Malone, welche die Tochter von Jane
spielt. Es hat den Anschein, als würden alle Schauspieler perfekt
harmonieren und man wird sofort in ihren Bann gezogen.
Fazit: "Aus Liebe zum Spiel" ist ein wunderbar melancholischer Film. Er ist
sicher nicht für jedermann geeignet, aber als hoffnungsloser Romantiker kann
man diesen Film eigentlich nur gern haben und froh sein, dass es so schöne
Liebesfilme gibt.
Persönliche Bewertung des Films: 8/10.
Schladi
(c) Claus Schlamadinger
P.S.: Tja, da dieser Film ziemlich kontrovers sein dürfte (kenne ich doch
die Meinung einiger auf dieser Liste über Kevin Costner), verweise ich
wieder einmal auf mein Diskussionsforum auf meiner HP (bzw. NG). Weiters
möchte ich nochmals auf die aktuelle Umfrage (siehe unten) hinweisen, bei
der im Moment "Terminator 3" haushoch führt.
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