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Kritik: Bringing Out the Dead - Nächte der Erinnerung (1 999)



Bringing Out the Dead - Nächte der Erinnerung

Original-URL: http://www.zelluloid.de/heinz/filme99/botd.htm
Archiv-URL: http://www.zelluloid.de/heinz/imho.htm
Rating: 90%

Drama/ Dokumentation/ Schwarzer Humor, 
USA, 1999, 120 Min., 
Originaltitel: Bringing Out the Dead 
Regie: Martin Scorsese
Darsteller: Nicolas Cage, Patricia Arquette, John Goodman, 
Ving Rhames, Tom Sizemore, Marc Anthony, Mary Beth Hurt, Cliff Curtis,
Nestor Serrano 

Frank ist einer der besten Rettungssanitäter New Yorks, oder zumindest
war er das einmal. Seit einem Einsatz, bei dem er einem jungen Mädchen
nicht das Leben retten konnte, ist er ein ganz anderer Mensch, und 
geht seiner Arbeit nur noch ungern nach, vor allem in der 
Morgendämmerung, die ihn an seinen erfloglosen Einsatz erinnert. 

Im Arbeitsleben eines Rettungssanitäters in New York gibt es immer 
etwas zu tun: Drogenabhängige, Verrückte und ganz normale Kranke sind 
auf die Hilfe der Männer in den weißen Kitteln angewiesen. Bis vor 
kurzem war Frank Pierce (Nicolas Cage) einer der besten in diesem 
Umfeld, seit aber ein 17 Jahre junges Mädchen in seinen Händen starb, 
geht er nur noch ungern zur Arbeit, und er legt es sogar darauf an, 
gefeuert zu werden, bevor er beruflich und privat so abstumpft wie 
seine Kollegen Larry (John Goodman), Marcus (Ving Rhames) und Tom (Tom
Sizemore), die keinen tieferen Sinn in ihrem Job mehr sehen, und denen
die Patienten daher weitestgehend egal sind.
    Zu einem kleinen Lichtblick wird ein Einsatz, bei dem Frank bei 
einem alten Mann, der einen Herzinfarkt hatte, die bereits erloschenen
Lebensfunktionen wieder erweckt. Der Mann liegt zwar noch im Koma und 
seine Überlebenschancen sind gering, immerhin aber ist dies das erste 
kleines Erfolgserlebnis seit vielen Monaten. Zusätzlich bahnt sich 
durch dieses Ereignis eine enge Freundschaft mit Mary (Patricia 
Arquette), der Tochter des Patienten an ... 

"Bringing Out the Dead" vermittelt eine seltsame Stimmung, die wohl 
gut mit den Emotionen eines Rettungssanitäters verglichen werden 
können. Einerseits ist der Film sehr bedrückend andererseits aber auch
befreiend, und so nahe wie in diesem Beruf oft Leben und Tod 
beieinander sind, sind sich auch diese beiden Stimmungen. Der Film 
wird beherrscht von skurrilen Typen: da sind zum Beispiel Larry, 
gespielt von John Goodman, der sich mehr Sorgen um die 
Zusammenstellung seines Abendessens macht als um die Bedürfnisse der 
hilfsbedürftigen Menschen, oder Tom, gespielt von Tom Sizemore, der 
eine Stinkwut auf die Patienten hat, die er alltäglich ins Krankenhaus
einliefern muß, die aber dort wegen der ständigen Überbelegung nicht 
bleiben können. Nicht zuletzt erwähnenswert ist auch die Rolle der 
Hauptperson Frank, besetzt mit Nicolas Cage, dem seine Sorgen und die 
Situation, die ihn seit Wochen bedrückt, tief ins Gesicht geschrieben 
sind. Der ganze Film wurde richtig schön inszeniert und fotografiert 
von Meisterregisseur Martin Scorsese. Er durfte sich bei diesem Film 
auf die Erfahrungen des New Yorker Rettungssanitäters Joe Connelly 
stützen, der seine Erfahrungen in diesem Beruf in einem Buch 
beschrieben hat. Optisch erinnert der Film stellenweise an die 
Arbeiten von Scoreseses Kollegen Oliver Stone, David Cronenberg oder 
David Lynch, und ist nicht nur aus diesem Grund auf jeden Fall sehr 
sehenswert. 

heinz
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Alexander Werner Jachmann aka. Heinz

e-mail:  www@jachmann.de
URL: http://www.jachmann.de/