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Kritik: Ein ganz gewöhnlicher Dieb (2000)



Ein ganz gewöhnlicher Dieb

Original-URL: http://www.zelluloid.de/heinz/filme99/dieb.htm
Archiv-URL: http://www.zelluloid.de/heinz/imho.htm
Rating: 55%

Thriller, Irland/ GB/ USA/ Deutschland, 2000, 93 Min., 
Originaltitel: Ordinary Decent Criminal 
Regie: Thaddeus O'Sullivan
Darsteller: Kevin Spacey, Linda Fiorentino, Peter Mullan, 
Stephen Dillane, Helen Baxendale, David Hayman, Patrick Malahide, 
Gerald McSorley, Tim Loane 

Irland ist bekannt für den Konflikt zwischen der Polizei und der IRA. 
Aber es gibt dort auch noch andere Menschen, ganz gewöhnliche Diebe 
zum Beispiel, und ein solcher ist Michael Lynch, und ein verdammt 
guter noch dazu! Er lebt gemeinsam mit zwei Frauen und vielen Kindern
von kleinen oder großen Gaunereien, man hat aber eher den Eindruck, 
daß er aus Spaß ein Dieb ist, nicht aus wirtschaftlicher 
Notwendigkeit. 

Michael Lynch (Kevin Spacey) ist in seiner Heimatstadt Dublin ein 
bekannter Mann. Sogar den Bürgermeister der Stadt hat er in seiner 
wilden Zeit mit seinem Querkopf schon auf die Knie gezwungen. Er lebt 
gemeinsam mit seinem beiden Frauen Christine und Lisa (Linda 
Fiorentino und Helen Baxendale) und vielen Kindern zusammen, und 
ernährt die große Familie ganz offiziell von der Sozialhilfe. 
Eigentlich weiß aber jeder, selbst die Polizei, daß er seinen 
Lebensunterhalt als Dieb und Gauner bestreitet.
    Es ist aber nicht unbedingt das Geld, das Michael dazu treibt 
kriminell zu sein, vielmehr will er durch seine Raubzüge eher berühmt 
als reich werden. Nachdem ein Coup, bei dem er und seine Gang reich 
werden konnten, mehr oder weniger schiefgelaufen ist, plant er als 
nächstes einen recht riskanten Kunstraub, durch den er auf die 
Titelseiten der Zeitungen kommen will. Sowohl bei der IRA als auch bei
der Polizei macht er sich mit dieser Aktion aber keine Freunde. 

Eigentlich hätte ich von der Insel, der in Irland spielt, und bei dem 
Kevin Spacey die Hauptrolle spielt, etwas mehr erwartet, aber "Ein 
ganz gewöhnlicher Dieb" ist leider gerade einmal Durchschnitt - da 
haben wir in der jüngeren Vergangenheit zum Beispiel mit 
"Starkey"schon besseres gesehen. Die Person des Michael Lynch ist zwar
ganz interessant, da sie auf der einen Seite einen fürsorgenden 
Familienvater, andererseits einen fast schon perfekten Gauner zeigt, 
doch das alleine macht die Sache noch nicht rund. Die Gaunereien 
werden irgendwie zu beiläufig erzählt, und das Desinteresse der 
Polizei und des Wachpersonals an dem, was in ihrem 
Zuständigkeitsbereich geschieht, ist schon erstaunlich, und alles 
andere als nachvollziehbar.

heinz
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Alexander Werner Jachmann aka. Heinz

e-mail:  www@jachmann.de
URL: http://www.jachmann.de/