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Kritik: Mission to Mars
- Subject: Kritik: Mission to Mars
- From: "Claus Schlamadinger" <a9804531@unet.univie.ac.at>
- Date: 25 May 2000 07:15:54 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Sun, 25 Jun 2000 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: schlamadinger 28/1047 f114066
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: Vienna University, Austria
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- Xref: nr-do2.de.uu.net de.rec.film.kritiken:1077
Hallo!
Mission to Mars, USA 2000
Genre: Sciene Fiction
Laufzeit: 113 Minuten
Regie: Brian de Palma
Darsteller: Gary Sinise (Jim McConnell), Don Cheadle (Luke Graham), Tim
Robbins (Woody Blake), Connie Nielsen (Terri Fisher), Jerry O'Connell (Phil
Ohlmyer)
Wertung in der Internet-Movie-Database: 4,8
Endlich ist also wieder einmal ein SF-Film in unseren Kinos erschienen. Dank
intensiver Beratungen durch die Nasa soll er sogar ziemlich "realistisch"
sein. Doch was hilft das, wenn man zwar optisch ein bisschen für Auffsehen
sorgt, aber inhaltlich total tote Hose herrscht.
Worum geht's?
Die erste bemannte Mars-Mission im Jahr 2020 wurde zum totalen Disaster. Von
den vier Astronauten sind drei auf mysteriöse Art und Weise umgekommen. Nun
startet man eine Rettungsmission um zumindest den Überlebenden vom roten
Planeten zu bergen. Was mit einer Routinearbeit beginnt, wird ebenfalls zum
Fiasko. Doch dies erweist sich als Glücksfall für die Menschheit, entdeckt
man doch am Mars den Ursprung jeglichen irdischen Lebens....
Ich meine:
"Mission to Mars" ist eine Enttäuschung auf der (beinnahe) ganzen Linie.
Eine Reise zum Mars hätte so viel aufregender gestaltet werden können.
"Realismus" in allen Ehren, aber das man Realismus mit Langeweile
verwechselt, macht diesen Film enorm langatmig. Es ist von vornherein klar,
dass in diesem Film sicher kein einziger Photonentorpedo abgefeuert wird und
sich auch kein Warbird enttarnt, aber einige kleine Spannungselemente hätte
man doch einbauen können.
Kommen wir mal zu der technischen Seite des Films: Einige Bilder sind
wahrlich sehr schön, aber man hat doch meistens das Gefühl:"Das ist nicht
echt." Die Marslandschaften vermitteln einem nie wirklich das Gefühl, das
man sich auf einem fremden Planeten befindet. Und für die meisten
Weltraumsequenzen müssten sich die Macher des Films eigentlich kräftig
genieren. Da investiert man eine Menge Geld und dann schreien einem die
Raumschiffe und ihr Equipment "Ich bin nicht echt" entgegen. Total
demütigend kommt hinzu, dass in einer durchschnittlichen Star Trek-Folge
Raumschiffe und Weltraum realistischer als hier aussehen. Einzig die
Weltraumszene im Orbit des Mars konnte einigermaßen beeindrucken. Und zeigte
man im Raumschiff dann doch mal etwas technisch aufwendigeres, dann ist die
Kameraführung so wirr, dass man sich manchmal von der Leimwand abwenden
muss, da einem schwindlig wird.
Die Technik taugt also nicht viel, da wird man also die ganze Konzentration
auf die Handlung gelegt haben. Doch weit gefehlt. Jim McConnell verbringt
den Großteil des Films damit über seine verstorbene Frau zu trauern und
Woody turtelt ständig mit seiner Frau Terri. Spannungselemente sind wahrlich
rar gesäht bis überhaupt nicht vorhanden. Sogar ein ernstzunehmender
Zwischenfall im All kann kaum fesseln. Stattdessen muss man wieder einmal
den amerikanischen Patriotismus hervorheben und das geschah hier mmn äußerst
peinlich. Was macht man, wenn man als Rettungsteam zu einer zerstörten
Forschungsbasis stößt? Ganz klar, zuerst buddelt man die amerikanische
Flagge aus und stellt sie wieder auf.
Extrem schmalzige Szenen wurde mit extrem schmalziger Musik untermalt was
sehr, sehr, sehr schwerfällig wirkt. Was dann aber doch noch beeindrucken
kann, sind die letzten zwanzig Minuten. Wenn die Crew den Ursprung irdischen
Lebens entdeckt - das hat irgenetwas Epochales an sich.
Tim Robbins und Gary Sinise und sind hervorragende Schauspieler. Was sie
aber dazu geritten hat hier mitzuspielen ist fraglich. Haben sie das
Drehbuch nicht gelesen? Oder war es doch der schnöde Mammon? Die zwei geben
auch hier ihr bestes und sie bringen inhaltslose Floskeln wenigstens edel
rüber. Ganz in Ordnung war auch Don Cheadle aber Connie
Nielsen (bzw. ihre Rolle) wäre in dem Film nicht nötig gewesen.
Fazit: "Mission to Mars" ist über große Strecken langweilig und inhaltsleer.
Was den Film dann doch noch einigermaßen erträglich macht, sind die
schauspielerischen Leistungen, sonst aber sollte man lieber auf die nächste
Marslandung warten, die noch in diesem Jahr ins Kino kommen soll.
Persönliche Bewertung des Films: 4/10.
Schladi
(c) Claus Schlamadinger
P.S.: Bist du mit meiner Kritik einer Meinung? Oder beurteilst du den Film
ganz anders? Sag mir deine Meinung in Schladis Diskussionsforum auf
http://beam.to/filmkritik. Bei der Umfrage auf der Page tut sich im Moment
nicht viel. Die aktuelle Frage wird noch bis Sonntag gestellt und Terminator
3 führt immer noch ganz klar (was mich eigentlich wundert...)
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Welche Fortsetzung würdest du am liebsten sehen?
Die Hard 4, Terminator 3, Indy 4, Nackte Kanone 4
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