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Kritik: Den einen oder Keinen



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Den einen oder Keinen

"Ich hatte mir vorgenommen, im ersten Jahr auf dem College keine Beziehungen
einzugehen, aber als ich ihn zum ersten Mal sah, wusste ich, dass es mit den
Vorsätzen nichts werden würde."

Inhalt
In Imogene findet Al, 20jähriger College-Boy, seine erste grosse Liebe. Im
Folgenden erzählt der Film die Geschichte der beiden und ihrer Beziehung,
mit allen Höhen und Tiefen.


Meinung Wolfgang (wr) 7/10

Kurzkommentar
Sicher mehr Stangenware als Meisterwerk, aber dennoch vermittelt der Film
gekonnt die fragil-sensiblen Momente einer grossen Liebe - das lässt auch
über Drehbuchschwächen, seltsame Nebenepisoden und das abgenutzte Sujet
hinwegsehen.

Kritik
Der erste Blick auf die Wertungen der grossen amerikanischen Filmmags hat
mich erschüttert - der Film sammelt negative Rekorde. Bei der IMDb erhält er
äusserst schlappe 4.3, und die vergleichsweise repräsentative Übersicht von
Rotten Tomatoes errechnet gar eine Wertung von 3 von 100 Punkten - ich kann
mich an keinen Film erinnern, der je schlechter bewertet worden wäre.
Aber Entwarnung, so schlimm ist der Film nun wirklich nicht. Sicherlich,
"Den Einen oder Keinen" bricht weder Innovationsrekorde, noch sind andere
Details überragend. Wie ausgelutscht das ganze tatsächlich ist, kann man
auch daran sehen, das es vor einiger Zeit in Deutschland bereits einen Film
gab, der "Eine wie Keine" hiess, dessen Hauptdarsteller Freddie Prinze jr.
war, und in dem es um Liebe und College ging. Und so ganz nebenbei hatte die
weibliche Hauptfigur auch noch das gleiche Hobby - die Kunst.
Was uns zu einem weiteren Punkt bringt - Klischees. Auch damit spart der
Film - wie jedes anständige Hollywood-Produkt- nicht, wobei ich zugunsten
des Films ganz ernsthaft eher von prototypischer Schilderung als von
Klischee sprechen würde. Bestimmte Jugend- und Erste-Liebe-Erfahrungen sind
eben, so gern man sich die Besonderheit und Einmaligkeit wünscht, allen
Beziehungen gleich.

Wenn irgendwo Freddie Prinze jr. draufsteht, dann kann man inzwischen
erahnen, was drin ist: eine Teenager-Liebeskömdie. So auch dieses Mal, wobei
"Den Einen oder keinen" einige durchaus frische Elemente mit ins Spiel
bringt. Aufallend beispielsweise die schrägen Episoden aus Als
Freundeskreis - das Spiel mit dem Aufeinandertreffen mit Pornodarsteller und
ewig Schüchternem ist durchaus geeignet, den Film aufzulockern, auch die
Kochthematik um ambitionierten Vater kann gefallen. Vereinzelt finden sich
auch einige mehr oder weniger zündende Gags zum Thema Sex - glücklicherweise
lässt das nach der ersten Hälfte des Films stark nach.

Der grösste, am häufigsten beklagte Mangel ist das wendungslose,
vorhersehbare Drehbuch. Stimmt (siehe die sehr übersichtliche
Inhaltsangabe). Nach 5 Minuten ist die Funktionslogik des Films enttarnt,
und das Ende offensichtlich - hier verhelfen dem Film allenfalls die
erwähnten Nebenepisoden zu einem Mindestmass an Spannung. Wobei der Film
darauf gar nicht wirklich aus ist, vielmehr hat er die Schilderung der
Beziehunsgentwicklung im Sinn. Auch hier werden die auftretenden Probleme
nicht allzu tiefgreifend analysiert, vielmehr wird diese lässliche Sünde
durch das Psychologen-Rollenspiel karikiert. Die grosse Stärke des Films
liegt meiner Meinung nach darin, dass ihm die Schilderung der schönen
Momente der Liebesbeziehung sehr sympathisch und authentisch gelingt. Im
Vergleich zu anderen Filmen nach Hollywood-Machart wirkt dieser Part
erstaunlich frisch und ehrlich, nicht gekünstelt, nicht von der ewig
gleichen Vorlage abgepaust. Eventuell ist das auch ein Verdienst der
Spielweise der Hauptdarsteller. Auch hier gilt: Keinesfalls bahnbrechend,
aber im Rahmen des Filmes durchaus besser, als man hätte befürchten können,
sowohl Freddie Prinze jr. als auch Julia Stiles spielen ihre Rollen
überzeugend.

Letzlich kann ich die massive Kritik der amerikanischen Magazine nicht so
ganz nachvollziehen - die Schwächen sind nicht ausgeprägter als in anderen
Filmen dieser Klasse, und immerhin sind doch auch einige positive Ansätz
erkennbar. Wen die Thematik nicht abschreckt, dem kann dieser Film durchaus
gefallen. Besonders frisch Verliebten kann man ihn ans Herz legen,
propagiert er doch die Notwendigekeit und den Erfolg von Bemühungen, eine
Beziehung über die ersten Krisen hinaus zu retten.


Fazit
Abgenutzte Thematik, aber atmossphärisch-stimmige Inszenierung


Den Einen oder Keinen
Originaltitel Down to You
Starttermin 08.06.2000
Genre Romantik-Komödie
Daten USA, 91 min., ab 12
Regie Kris Isacsson
Drehbuch / Vorlage Kris Isacsson
Darsteller Freddie Prinze jr., Julia Stiles, Zak Orth
Trailer Offizielle Seite, Quicktime