[Subject Prev][Subject Next][Thread Prev][Thread Next][Subject Index][Thread Index]

Kritik: Good Vibrations - Sex vom anderen Stern



Hallo!

Good Vibrations - Sex vom anderen Stern, USA 2000
Originaltitel: What planet are you from?
Genre: Komödie
Laufzeit: 104 Minuten
Regie: Mike Nichols
Darsteller: Garry Shandling (Harold Anderson), Annette Bening (Susan), John
Goodman (Roland Jones), Greg Kinnear (Perry Gordon), Ben Kingsley (Graydon)

Bewertung in der Internet-Movie-Database: 6,4

Relativ unbemerkt kam "Good Vibrations" in unsere Kinos und relativ
umbemerkt wird es diese auch wieder verlassen. Zu Unrecht: Der Film ist zwar
keine Offenbarung, kann aber dennoch für einen äußerst vergnüglichen
Kinobesuch sorgen.

Worum geht's?

Harold ist ein Alien. Sein Volk lebt auf einem Planeten, gar nicht einmal so
weit von der Erde entfernt. Führer Graydon fühlt sich durch diese Nähe
bedroht und beschließt der Erde den Kampf anzusagen und zu besiegen. Nach
langen Tests schickt man Harold auf die Erde um eine Mission zu erfüllen:
Eine Erdenfrau zu schwängern - so kann man die Erdlinge besiegen. Das
Problem dabei: Das Volk ist zwar technisch sehr weitentwickelt, hat aber
keine Form von Gefühlen. Und da der Planet nur von lauter Männern besiedelt
ist, ists auch mit der Fortpflanzung nicht gerade leicht. Das hat wiederrum
zur Folge, dass die Fortpflanzungsorgane ziemlich verkümmert sind und Harold
so einen künstlichen Penis angesetzt bekommt. Mit diesem geht er also jetzt
auf die Suche nach einem geeigneten Weibchen. Ihm im Nacken sitzt Polizist
Roland Jones, der nur kurze Zeit braucht um zu entdecken, dass der Erde eine
ungeahnte Gefahr droht....

Ich meine:

Ob der schlüpfrigen Rahmenhandlung musste man sich schon auf das Schlimmste
gefasst machen. Umso größer ist die Überraschung, dass man statt einer
Komödie weit unterhalb der Gürtellinie einen liebenswerten Film serviert
bekommt. Allzu viel Tiefgang darf man sich freilich nicht erwarten, doch er
kann über weite Strecken durchaus unterhalten.

Nett gemacht war die Einführung, in welcher den Aliens das weibliche Wesen
näher gebracht wurde und der anschließende Kommentar des Dozenten: "Sie
erhalten eine mehrstündigen Vortrag und dann wissen sie alles über das
weibliche Geschöpf." Das man mit diesem Wissen klarerweise auf der Erde
nicht weit kommt muss Harold schmerzlich zur Kenntnis nehmen, denn soetwas
wie Mitgefühl, Freude und Tränen kennt man auf seinen Planeten nicht.
Weiters witzig ist sein bestes Stück, welches bei Erregung ein vibrierendes
Geräusch von sich gibt (--> genau, deshalb der Titel).

Leider gibt es aber auch einige Ungereimtheiten. Die Aliens wollen also die
Erde untejochen indem einer von ihnen eine menschliche Frau schwängert. So
weit, so gut, aber wie will man daraufhin - mit einem einzigen Kind - die
Erde erobern? Und warum schickt man statt einem Adonis einen unattraktiven
Mitvierziger mit Bauch auf diese Mission? Und warum meint man, dass man mit
einer besiegten Erde das Universum beherrscht, wenn doch noch herausklingt,
dass es auch noch andere Rassen im Weltall gibt? Wenn man also über die
Handlung etwas genauer nachdenkt, weißt sie einige Lücken auf, aber was
soll's: Der Film unterhält und das sollte genügen....

Garry Shandling mag zwar in USA ein berühmter Entertainer sein, aber
Schauspieler ist er definitiv keiner. Dennoch bringt er seinen Charakter
sehr sympathisch und liebenswert rüber. Besser spielt da schon Annette
Bening und natürlich - nach langer Zeit wieder einmal - John Goodman. Wer
von ihm übrigens nicht genug bekommen kann, der muss sich unbedingt den
neuen Nicolas Cage-Film "Bringing out the dead" ansehen, denn dort wirkt er
auch mit. Weit unter seinem Niveau agiert allerdings Ben Kingsley. Ich frage
mich, warum er sich für diese äußerst matte Rolle hergegeben hat. Dr. Evil
aus "Austin Powers" hätte für diesen Charakter gereicht.

Fazit: "Good Vibrations" ist eine äußerst seichte, aber dennoch enorm
liebenswerte Komödie die mir sehr gut gefallen hat. Wer sich den Film nicht
entgehen lassen will sollte schnell ins Kino pilgern, denn allzu lange wird
es ihn wohl nicht mehr spielen.

Persönliche Bewertung des Films: 7/10.

Grüße,

Schladi

(c) Claus Schlamadinger

--
_____________________________________________

Wer ist den nun der wahre Mister Action?
Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis, Sylvester Stallone, Nicholas Cage
Vote auf: SCHLADIS FILMPAGE - Die HP für den versierten Kinobesucher
Filmkritiken & mehr unter: http://beam.to/filmkritik