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Kritik: Den einen oder keinen
- Subject: Kritik: Den einen oder keinen
- From: "Claus Schlamadinger" <a9804531@unet.univie.ac.at>
- Date: 10 Jun 2000 08:23:29 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Tue, 11 Jul 2000 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: schlamadinger 35/1076 f047792
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: Vienna University, Austria
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- Xref: nr-do2.de.uu.net de.rec.film.kritiken:1105
Hallo!
Den einen oder keinen, USA 2000
Originaltitel: Down to you
Genre: Komödie
Laufzeit: 91 Minuten
Regie: Kris Isacsson
Darsteller: Freddie Prinze jr. (Al Connelly), Julia Stiles (Imogen), Shawn
Hatosy (Eddie Hicks), Zak Orth (Monk Jablonski), Selma Blair (Cyrus)
Bewertung in der Internet-Movie-Database: 4,3
Wenn "Eine oder keine" von dem "einen oder keinen" verlassen wird und dieser
sich mit "10 Dinge, die ich an dir hasse" einlässt, dann sitzt ihr in der
neuesten Teeniekomödie. Doch leider ist diese genau so matt wie "Eine wie
keine" und nicht einmal halb so witzig wie "Zehn Dinge, die ich an dir
hasse".
Worum geht's?
Während einer Studentenparty lernt Al mit Imogen die Liebe seines Lebens
kennen. Doch mit der Zeit leben sich die beiden auseinander und trennen
sich. Nun erzählen die beiden dem Kinobesucher wie es dazu gekommen ist Die
Geschichte wird zum größten Teil von Al's Warte aus erzählt und zeigt, wie
er beinahe an der Sehnsucht nach Imogen zerbricht und sich nichts sehnlicher
wünscht, dass sie wieder zu ihm zurückkehrt....
Ich meine:
Im Grunde genommen könnte ich - bis auf einige kleine filmrelevanten
Korrekturen - haargenau die selbe Kritik von "Eine wie keine"
(http://beam.to/filmkritik) hier reinstellen und mir die Arbeit sparen. Das
wäre dann aber doch etwas zu billig, deshalb folgt doch eine eigenständige
Kritik zu diesem Film.
Im Prinzip ist die Idee ja nicht schlecht: Man hat zwei erfolgreiche
Teeniekomödien, mit Freddie Prinze J. und Julia Stiles zwei heiße
Nachwuchstalente und finanziell haben sich ihre Filme auch rentiert. Was
liegt also näher als eine dritte Komödie zu drehen und die beiden
Hauptakteure zu vereinen? Doch scheinbar war man über diesen geschickten
Schachzug so begeistert, sodass man dann ganz auf eine vernünftige Handlung
mit jeder Menge Spannungselementen vergessen hat.
Man muss sich bei dem Film nicht sonderlich anstrengen, braucht sich einfach
nur berieseln lassen. Wenn ihr mit euren Freund bzw. Freundin den Film
anschaut, kommt sicher soetwas wie Romantik auf, aber was machen die anderen
Zuseher? Sie fragen sich wie es möglich ist, dass 91 Minuten so verdammt
lange sein können. Der Film ist sympathisch aber man leidet mit den Figuren
nicht mit. Al's Krise wird soetwas von unnahbar präsentiert, sodass man sich
nicht wirklich in ihn reinversetzen kann. Und die Sicht von Imogen wird
auch nur äußerst wage dargestellt. Und warum haben sie sich überhaupt
auseinandergelebt?
Wenn ein bisschen Komik aufkommt, dann nur dann, wenn Al's Freunde mit auf
der Leimwand sind. Speziell Pornostar Monk ist ziemlich witzig, allerdings
auch der Looser Eddie. Und was ist mit den Freunden von Imogen? Nun, sie hat
keine (oder zumindest nur in einer Szene).
Freddie Prinze jr. und Julia Stiles sind wirklich sehr sympathisch, aber
dennoch sollten sie sich nicht mit so seichten Angelegenheiten wie "Den
einen oder keinen" abgeben. Stiles hat mit "10 Dinge,..." schon bewiesen,
dass sie auch anders kann, Freddie Prinze jr. allerdings sollte sich
schleunigst mal nach einem guten Drehbuch umsehen. Eine neue Komödie mit ihm
steht ja auch schon in den Startlöchern - ich hoffe sehr, dass er damit
endlich einmal in höhere Wertungsspähren gelangt.
Und was ist mit den anderen Schauspielern? Nun, nie gehört - nie gesehen und
möglicherweise nie mehr gesehen.
Fazit: Wenns unbedingt sein muss, dann geht mit eurem Partner ins Kino.
Ansonst borgt euch "Clueless" oder "10 Dinge, ..." in der Videothek aus. So
sollen nämlich Tenniekomödien sein und nicht so seicht wie "Den einen oder
keinen".
Persönliche Bewertung des Films: 4/10.
Grüße,
Schladi
(c) Claus Schlamadinger
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