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Kritik: Romeo must die



ROMEO MUST DIE http://members.tripod.de/bloed/kino/038.html

von Lukas Heinser

Es herrscht krieg irgendwo zwischen San Francisco und Oakland. Denn auf
welcher Seite der Bay der Film spielt, wird nie wirklich geklärt. Auf
alle Fälle herrscht Krieg zwischen den Schwarzen und den Asiaten. Der
einzige Vorteil dabei ist der, dass man wenigstens weiß, wer zu wem
gehört.
Plötzlich ist der Sohn des asiatischen Bosses tot, sein Bruder haut in
Hongkong aus dem Knast ab und kommt nach Amerika, um Rache zu nehmen.
Dort verliebt er sich als erstes in die Tochter des schwarzen Bosses.
Wu-ha! Diese Geschichte ist so alt, dass ich besser überlege, welcher
Film nicht davon handelt.
Die Handlung ist aber sowieso Nebensache, denn immerhin ist der Bruder,
der hier rächt, Jet Li. Und der ist immerhin einer der größten
Actionstars in Hongkong. Und Romeo must die ist sein zweiter US-Film
nach Lethal Weapon 4. Der Kamera desselben war Andrzej Bartkowiak und
der ist nun Regisseur von Romeo must die.
Und dabei hat er ein paar ganz gute Ideen. Fraglich ist nur, warum man
Jet Lis Kampfkünste auch noch mit diversen Computertricks „aufbessern“
muss. Denn was wegen der Science-Fiction-Handlung zu Matrix passte,
sieht in der Wirklichkeit doch reichlich bescheuert aus. So springt Herr
Li in die Luft, prügelt auf sechs Angreifer ein und dreht sich dann über
die Wand wieder dem Erdboden zu.
Seinen Gegenpart findet Li in Aalyah, einer mir bisher völlig
unbekannten R’n’B-Sängerin, die die Tochter des Schwarzenbosses (Delroy
Lindo, Gottes Werk & Teufels Beitrag) spielt. Die Dame macht ihren Job
so schlecht nicht (sie muss eh nur gut aussehen), ist aber mit einer
furchtbaren deutschen Synchronstimme geschlagen.
Überhaupt hätte man die Soundspur auch ausschalten können. Während der
(leider doch spärlich angesiedelten) Kampfszenen wird man mit Hip Hop
und R’n’B eingelullt. Das ist meistens völlig unpassend und lenkt von
den optisch wirklich Kämpfen ab. Auch die Idee, manchmal auf Röntgenbild
umzuschalten, um die Knochenbrüche der Gegner besser zur Geltung kommen
zu lassen, ist ziemlich gut.
Leider macht die Action nur einen geringen Teil des Films ein, der Rest
ist mit unfreiwillig komischen Dialogen („Ich schlage keine Frauen!“,
„Er war mein Junge!“ – „Ich weiß!“) und (für mich) teilweise
unverständlichen Wendungen durchzogen.
Und so ist Romeo must die insgesamt leider nur ein durchschnittlicher
Actionfilm mit einem überdurchschnittlich guten Actionhelden.
Von Produzent Joel Silver (Matrix, Lethal Weapon 1-4, Stirb langsam 1-3)
hatte ich mehr erwartet.

befriedigend
--
"Ich bekomme keine Herzattacken.
 Ich verpasse welche!"
                (Samuel Goldwyn)
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