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Kritik: "Und das ist erst der Anfang"



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Und das ist erst der Anfang

"Hey, Sie Arschloch, was müssen Sie gleich so grob sein ?" -
"Sie haben sich verwählt !

Und das Arschloch möchte jetzt gerne weiterschlafen!"
Inhalt
Die attraktive und lebenshungrige Anna (Julia Richter, "Der Unbestechliche")
ist von ihrem egoistischen und karrieresüchtigen Freund Thorsten (Dieter
Landuris, "23") genervt. Nach einem Streit mit ihm lernt sie zufällig den
schüchternen Schauspieler Michael (René Hofschneider, "Hitlerjunge Salomon")
kennen - weil sie eine falsche Telefonnummer gewählt hat. Die beiden
telefonieren die halbe Nacht miteinander und verlieben sich. Leider wird die
Verbindung unterbrochen, bevor sie sich richtig verabreden können. Eine
scheinbar aussichtslose Suche im Dschungel der Großstadt beginnt...


Meinung Thomas (ts)  6/10

Kurzkommentar
Pierre Franckh's erster eigener Film entpuppt sich als typisches Regiedebüt:
ein mit wenigen guten Ideen gespickter Liebesfilm, der es teilweise einfach
zu romantisch machen will. So wandelt das Geschehen zwischen märchenhaft
schön und grauenvoll kitschig, ist insgesamt aber aufgrund der sympathischen
Darsteller und der trotz allem romantisch-verliebten Stimmung einen Blick
wert.

Kritik
Schon wieder ein deutscher Film, schon wieder eine dieser typischen
Liebeskomödien. Es darf bezweifelt werden, ob sich aufgrund dieser
Grundvoraussetzung allzu viele Zuschauer für den Film finden werden. Wie
sondert sich "Und das ist erst der Anfang" also von 08/15-Erzählungen ab
und: hätte er die Zuschauer denn verdient ?

Größtenteils: Ja, denn trotz vieler kitschiger Elemente und einigen
wirklichen Vorzeigecharakteren Marke "Klischee" überrascht Drehbuchautor und
Regisseur Pierre Franckh immer wieder mit geschickt ausgearbeiteten
Dialogen, netten Kameraeinstellungen und - trotz allem - romantischen
Situationen. So überraschen sowohl das anfängliche als auch die weiteren
Telefonate durch ihre gewitzte Gesprächsführung und die angenehm pointierten
Wortgefechte. Auch manche Überblendeffekte und -einstellungen können sich
sehen lassen, wenngleich sie natürlich spärlich gesät und weder sonderlich
innovativ noch überzubewerten sind. Trotzdem lobenswert, da sie dem Film
einen eigenen Charakter verleihen, den so manch andere belanglose Komödie
vermissen läßt. Hinzu kommt, daß die dauernden Mißgeschicke dem Film immer
wieder Antrieb geben und nie wirklich in gähnende Langeweile absacken
lassen - hier rutscht das Telefon in die Badewanne, da rempeln die Suchenden
sich an, dann entsteht der Eindruck, Michael sei glücklich verheiratet und
schließlich wird einer korpulenteren Anna das eigentliche Liebesgeständnis
gemacht. Sicherlich sind das stereotypische Komödienelemente, aber sie
verhelfen dem Film doch zu einigen amüsanten Momenten. Die Qualität des
Films sinkt und fällt dabei natürlich mit ihren Hauptdarstellern, die zwar
nicht herausragend, aber doch äußerst sympathisch und überzeugend spielen.
René Hofschneider mimt den schüchternen, liebenswerten Theaterschauspieler
perfekt - Julia Richter fügt sich ebenso in die Rolle der etwas treudoofen,
vernachlässigten Künstlerin.

Auf der anderen Seite ist gerade das gegenseitige Verpassen übertrieben
häufig eingesetzt und stört die Glaubwürdigkeit auf unnötige Weise. Denn
obwohl der Film angibt, auf einer wahren Begebenheit zu beruhen, stellt sich
bei genauerer Recherche heraus, daß "wahre Begebenheit" ein sehr dehnbarer
Begriff ist: Regisseur Franckh und Produzentin Michaela Merten haben sich
zwar allein durch Telefongespräche ineinander verliebt, die nette Idee des
Verwählens ist jedoch fiktiv.
Desweiteren stören viele kleinere und größere Probleme den Film. Zunächst
wären da die fast schon ironisch-überzeichneten Klischeecharaktere wie der
Schwule Oberkellner Rudolf, der hektische Theaterintendant Ralf und der
kleine Computerhacker, der - man kann es eigentlich nicht ernst nehmen - wie
in großen Hollywoodfilmen in Konten, Telefonregister und sonstige geheime
Datenbänke einbricht. Außerdem sollen die vielen Szenen, in denen Julia
Richter ihren makellosen Körper zeigen darf und sogar einmal einen Orgasmus
inszeniert, dem Film wohl den gewissen erotischen Touch geben - naja,
gelungen ist anders. Was dem Film weiterhin - eigentlich unnötig - schadet,
ist Franckh's Vorliebe für manche achso-romantische Elemente. So ist Anna
dazu verdammt bei ihrem langen Telefonat mit Michael Zeichnungen wie man sie
aus Kitschromanen, die jeder Urlaubskiosk in Mallorca anbietet, kennt,
anzufertigen oder in der finalen Szenen als Braut aus hellem Nebel
aufzutauchen und das Happy-End einzuleiten - das schmerzt.

So hat "Und das ist erst der Anfang" ähnlichen Liebeskomödien wie "Der
Junggeselle" einige wirkliche nette Ideen voraus, verspielt sie aber durch
überhäufte Verwendung der gängigsten Klischees und übermäßig kitschigen
Elementen gleich wieder. Wer sich allerdings (vornehmlich mit einem
(potentiellen) Partner) einem beinahe wahren Märchen hingeben möchte,
einfach nur dieses seufzende "Ach, ist das schön"-Gefühl erleben will und
sich nicht an teils triefend-kitschiger "Romantik" stört, dem sei Franckh's
Liebeskomödie durchaus ans Herz gelegt. Naiv, aber schön.

Fazit
Teils charmante Liebeskomödie voller Kitsch und Klischees.

Und das ist erst der Anfang
Originaltitel  Und das ist erst der Anfang
Starttermin  27.07.2000
Genre  Liebeskomödie
Daten  Deutschland, ca. 95min, FSK 6
Regie  Pierre Franckh
Drehbuch / Vorlage  Pierre Franckh
Darsteller  René Hofschneider, Dieter Landuris, Michaela Mazac, Julia
Richter uva.
Trailer  -