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Kritik: Doppelmord (1999)
- Subject: Kritik: Doppelmord (1999)
- From: Christina Gross <changeling@darcy.inka.de>
- Date: 18 Aug 2000 07:48:22 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Mon, 18 Sep 2000 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: gross 38/1182 f047524
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: (Posted via) INKA e.V. http://www.inka.de/
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- Xref: nr-do2.de.uu.net de.rec.film.kritiken:1211
Doppelmord (1999)
Ein Film von Bruce Beresford
Mit Ashley Judd, Tommy Lee Jones, Bruce Greenwood, Annabeth Gish u. a.
Was ein romantischer Ausflug mit ihrem brandneuen Segelboot werden
sollte, endet als Alptraum für Libby Parsons (Ashley Judd). Auf
offener See ist ihr Mann Nick (Bruce Greenwood) plötzlich
verschwunden, das Boot und sie sind voller Blut, und die Küstenwache
findet die verwirrte Libby mit einem Messer in der Hand. Da ihr Mann
kurz vor der Pleite stand und sie zwei Millionen Dollar aus seiner
Lebensversicherung erhält, gelingt es ihr nicht, die Jury von ihrer
Unschuld zu überzeugen. Sie überlässt ihren Sohn Matty ihrer besten
Freundin Angela (Annabeth Gish) und geht ins Gefängnis. Doch nach
kurzer Zeit hört Angela auf, Matty zu seiner Mutter zu bringen. Als
Libby endlich ihre neue Nummer herausgefunden hat, stammelt Angela nur
unglaubwürdige Entschuldigungen, und dann hört Libby übers Telefon,
wie Matty nach seinem Vater ruft. Sie ist sicher, dass ihr Mann noch
lebt, und sobald sie auf Bewährung entlassen ist, macht sie sich auf
die Suche nach ihm, um ihr Kind zurückzubekommen. Das verträgt sich
leider nicht mit ihren Bewährungsauflagen, und so hat sie bei ihrer
Suche, die sie von Seattle bis nach New Orleans führt, immer ihren
Bewährungshelfer Travis Lehman (Tommy Lee Jones) auf den Fersen.
Dieser Thriller überschreitet die Grenze ins Action-Genre mit
Leichtigkeit. Nicht, was die spektakulären Stunts angeht, das
keinesfalls, aber wenn es um Löcher in der Handlung, Plattheit der
Charaktere und hölzerne Darsteller geht, kann DOPPELMORD es mit den
besten aufnehmen.
Regisseur Bruce Beresford hält sich nicht lange damit auf, seine
Figuren einzuführen. Libby Parsons ist das klischeehafte Muttertier,
ihr Mann der charmante, aber egoistische Gauner, und Bewährungshelfer
Lehman ist der typische
Ich-habe-mein-Leben-verpfuscht-aber-wenn-ich-das-jetzt-hinkriege-bin-ich-gerettet-Antiheld.
Ashley Judd und Tommy Lee Jones spielen sich lustlos durch die
ungereimte Geschichte, in der es Passagieren einer Autofähre nicht
einmal auffällt, wenn ein Wagen von der Fähre fällt und der Bösewicht
zu blöd ist, sein Opfer nach Waffen zu durchsuchen. Da trösten die
schönen Bilder von der amerikanischen Nordwestküste auch nicht mehr.
Hätte spannend sein können, wenn Beresford und die Drehbuchautoren
Weisberg und Cook Libbys Prozess und die Suche nach ihrem toten Gatten
etwas plausibler gestaltet hätten. Schade um den Stoff.
--
Hin und wieder macht es Spass, sich mit Themen zu beschaeftigen,
die sich an Menschen richten, die älter als 25 sind.
Clint Eastwood
Gesehen und Gelesen: http://sites.inka.de/darwin