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Kritik: American Psycho
- Subject: Kritik: American Psycho
- From: "Claus Schlamadinger" <a9804531@unet.univie.ac.at>
- Date: 10 Oct 2000 09:53:08 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Fri, 10 Nov 2000 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: schlamadinger 68/1264 f006585
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: Vienna University, Austria
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
Hallo!
American Psycho, USA 2000
Genre: Thriller
Laufzeit: 101 Minuten
Regie: Mary Harron
Darsteller: Christian Bale (Patrick Bateman), William Dafoe (Donald
Kimball), Chloe Sevigny (Jean), Reese Witherspoon (Evelyn), Jared Leto (Paul
Allen)
Bewertung in der Internet-Movie-Database: 7,1
Es gibt Filme, bei denen stimmt einfach alles: Tolle Schauspieler, tolle
Handlung, eine fantastische Auflösung der Ereignisse und Spannung über die
gesamte Spielzeit. Tja, und dann gibt es noch Filme wie "American Psycho".
Die Verfilmung des kotroversiellen Buchs mit dem gleichen Namen verkommt zum
Rohrkrepierer der Saison.
Worum geht's?
Patrick Bateman ist ein typischer New Yorker Yuppie der 80er. Zumindest bei
Tageslicht, denn in der Nacht mutiert er zu einem psychopathischen
Serienkiller.
Ich meine:
Zugegeben, meine Inhaltsangabe ist nicht gerade aussagekräftig, aber ich
passe mich damit nur dem Film an. Denn der Film ist für mich einer der
Sinnlosesten des heurigen Jahres. Laut Fachpresse stellt "American Psycho"
eine gelungene Satire auf das Amerika der 80er dar (was ja durchaus stimmen
mag), doch über weite Strecken fragt man sich, warum so eine Ausweidung an
Gewalt denn wirklich sein muss.
Dabei ist gelungene Satire durchaus vorhanden. Wenn Bateman z.B. dem
Zuschauer seine Morgentoilette präsentiert, die gut und gerne schon eine
Stunde lang dauern muss, oder wenn man unter den Arbeitskollegen die
Visitenkarte zum Statussymbol hochstilisiert, dann kann man zwar ein wenig
schmunzeln, aber ob der wirklich grausigen Nebenbeschäftigung von Bateman
gelangen die eher gelungenen Szenen sehr schnell in den Hintergrund.
Was nutzt mir die gelungene Rezension der Musik von Phil Collins oder
Withney Houston, wenn kurz darauf die Axt oder die Kettensäge zum Einsatz
kommt. Man sieht zwar nicht das Ergebnis von Batemans Morden (oder zumindest
nicht gleich danach), aber dennoch kann man ob der dargebotenen Gewalt nur
den Kopf schütteln. Sie ist sinnlos, wird nicht durch eine (vernünftige)
Erklärung gerechtfertigt und - das ärgste Manko - gelangt zu keinem
befriedigenden Abschluss.
Trotz allem gut gefallen hat mir Christian Bale, der den kranken Charakter
doch relativ gekonnt darstellen konnte. Was weniger für ihn spricht, ist,
dass er ansatzweise das gleiche "sympathische" Lächeln wie Tom Cruise
aufsetzen kann. Bale ist aber auch schon der einzige Schauspieler in diesem
Film, der überzeugen kann. Alle anderen sind entweder zum Metzeln
freigegeben oder einfach nur da - ohne weiteren Tiefgang.
Fazit: "American Psycho" ist brutal, stumpfsinnig und ekelhaft.
Persönliche Bewertung des Films: 3/10.
Grüße,
Schladi
(c) Claus Schlamadinger
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"Wir können doch nicht gehen ohne gute Nacht zu sagen."
Riddick in "Pitch Black"
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