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Kritik: Oh brother, where art thou?



Hallo!

Oh brother, where art thou?
Genre: Komödie
Laufzeit: 106 Minuten
Regie: Joel Coen
Darsteller: George Clooney (Ulysses McGill), John Turturro (Pete), Tim Blake
Nelson (Delmar), John Goodman (Big Dan), Charles Durning (Gouverneur
O'Daniel), Holly Hunter (Penny), Michael Badalucco (Babyface Nelson)

Bewertung in der Internet-Movie-Database: 7,9

Die Coen-Brothers haben wieder zugeschlagen. Und dieses mal widmen sie sich
einem Stoff, der schon vor langer Zeit zu Papier gebracht wurde: Der
"Odysee" von Homer. Eine originalgetreue Umsetzung darf man sich freilich
nicht erwarten. Vielmehr zeigen die Brüder, wie sie wohl damals die
Geschichte geschrieben hätten - und die ist genauso skuril wie das Original.

Worum geht's?

Die Kettensträflinge Ulysses, Pete und Delmar flüchten aus einem Straflager
um nach der Beute von Ulysses zu suchen, die er kurz vor seiner Festnahme
noch verstecken konnte. Gleich zu Beginn ihrer Flucht treffen sie auf einen
merkwürdigen Kauz, der ihnen eine wundersame Reise mit glücklichem Ende
prophezeit. Und schon geht es los mit Ereignissen die so skuril sind, dass
man glaubt, man säße in einem Film der Coen-Brothers....

Ich meine:

Die Coen-Brothers: Etwas skeptisch ging ich dann doch ins Kino, habe ich
ihren Film "Fargo" noch recht gut in Erinnerung. Aber die Pressestimmen
waren o.k., ich hörte von begeisterten Freunden wie toll der Film doch sei
und auch ich war gewild über meinen Schatten zu springen und dem Film eine
faire Chance zu geben. Diese bekam er auch von mir. Zu Begeisterungsstürmen
bin ich zwar nicht hingerissen worden, aber der Film ist durchaus
unterhaltsam.

Die Handlung ist in den dreißiger Jahren angesiedelt, worauf schon das kesse
Oberlippenbärtchen von George Clooney hinweist. Auch seine Sucht nach
Pommade passt sehr gut in diese Zeit. Und um den Film noch mehr Authenzität
zu
verleihen, kam man auf die glorreiche Idee, das Bild ein wenig zu
"vergilben". Das sieht nicht nur sehr gut aus, sondern lässt tatsächlich ein
Feeling für diese Zeit aufkommen.

Der Film ist in Episoden unterteilt, was zur Folge hat, dass er qualitativ
zeitweise doch sehr stark schwankt. Missglücken einige Szenen total, sind
andere wieder herrlich skuril und originell. Wenn Delmar glaubt, dass sein
Freund in einen Frosch verwandelt wurde, oder die Kinder von Ulysses ihm
erklären, dass er keine gute Partie ist, wenn die drei ihre Lieder zum
Besten geben, oder der Fluchtversuch mit der Eisenbahn misslingt - da kann
man herzhaft lachen. Auch wenn die Szenen sehr nach Slapstick klingen, so
beschränkt sich diese Art von Humor nur auf ein Minimum. Es ist der
feinsinnige Humor, der dann vielleicht nicht zu Lachstürmen hinreißt, aber
doch zum Schmunzeln anregt.

Einer der größten Pluspunkte des Films ist zweifelsohne der fabelhafte
Soundtrack. Schwungvolle Countryrhytmen und feinfühlige Gospelsongs laden
zum mitwippen ein und auch die (nicht selbstgesungenen) Auftritte der drei
Helden wissen zu gefallen und erinnern phasenweise an Bands wie ZZ Top oder
Rednex.

Die Schauspieler Clooney, Turturro und Nelson sind die Idealbesetzung für
Verkörperung des trotteligen Trios. Ihr könnt mir glauben: Mit so einem
bescheuerten Gesichtsausdruck wie hier, habt ihr Clooney noch nicht gesehen.
Den Contest für den blödesten Gesichtsausdruck gewinnt allerdings Nelson mit
klarem Vorsprung.Ich kann mir schon vorstellen, dass das für einen
Schauspieler eine große Herausforderung ist, so einen Charakter zu spielen.
Eher weniger gelungen ist der Kurzauftritt von John Goodman, doch man wir
rasch mit drei holden Mädel vertröstet, die den Helden ein schönes Lied zum
Besten geben.

Fazit: "Oh brother, where art thou?" ist 106 Minuten Kinovergnügen -
allerdings doch mit einigen Längen.

Persönliche Bewertung des Films: 7/10.

Grüße,

Schladi

(c) Claus Schlamadinger


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"Eitelkeit ist eindeutig meine Lieblingssünde."
Al Pacino in "Im Auftrag des Teufels"

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