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Kritik: Gottes Werk & Teufels Beitrag
- Subject: Kritik: Gottes Werk & Teufels Beitrag
- From: "Tuvok" <tuvok.richie@chello.at>
- Date: 29 Oct 2000 07:21:33 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Wed, 29 Nov 2000 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: tuvok 30/1315 f032378
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: Customers chello Austria
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- Xref: businessnews.de.uu.net de.rec.film.kritiken:1344
Gottes Werk & Teufels Beitrag
Großes schönes Gefühlskino, mit literarisch, berühmtem Hintergrund. Vor
einiger Zeit hat mal Lasse Hallström " Gilbert Grape " gedreht, und der war
ja schon ein herrlicher Heulstreifen, der hier hat ihn aber fast
irgendwie übertroffen.
Die Story vom Jungen Homer Wells, dessen Lebensgeschichte anmutet wie "
Patch Addams " trifft " Gilbert Grape " in " Der mit dem Wolf tanzt ", und
liest " David Copperfield " vor, während im TV " Garp, oder wie er die Welt
sah " läuft, wo noch die Leute das Buch von " Das Haus der stummen Schreie "
lesen.
Die Story fängt ganz langsam an, in Neu England in einem Waisenhaus, das
einen Schuß Christlichkeit verströmt. Damals war das Leben sehr schwierig
für Kinder 1943, und vor allem für schwangere Frauen, denn hier gab es auch
ne Abtreibungsklinik die mit dem Waisenhaus verbunden war. Mich würde
interessieren, ob der Film nicht für Furore gesorgt hat in den Staaten.
Nicht zu fassen das das Flair eines großen Romanes, eines Großen
Schriftstellers, der dazu noch eine Kleine Rolle als Stationswart hat in dem
Film, eingefangen wurde.
Irving schrieb selbst das Drehbuch, und die Herrliche Erzählweise erinnert
mich irgendwie an
" Die Asche meiner Mutter " Gottes Werk wurde für 7 Oscar nominiert und
bekam einen für Michael Caine,
der hier wirklich brilliert als Äthersüchtiger Arzt.
Der Film ist voll, von Phantasie, Humanismus, und wirft eine Diskussion über
die Abtreibungsdebatte auf.
Der Film ist ein Meisterwerk, eine Geschichte wie sie das Leben schrieb,
langsam, ruhig, 0 Action, 0 Blut, 0 Leichen, 0 Aufschlitzen, und trotzdem
besser als alle anderen.
Die Bildersprache alleine ist gigantisch, ruhig, teilweise melancholisch
langweilig, und trotzdem irgendwie Taschentuchmäßig fesselnd. Die Geschichte
um das Talent HOMER ist sehr feinfühlig, und läßt mich an "
Doogie Hauser " zurückdenken. Am Anfang stand Kathy Bates drauf, und am Ende
nicht mehr - weiss wer warum ? Die Geschichte übertrifft vieles, und ist
noch besser als der Abtreibungsfilm mit Cher.
90,5 von 100