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Kritik: Almost Famous
- Subject: Kritik: Almost Famous
- From: "Claus Schlamadinger" <a9804531@unet.univie.ac.at>
- Date: 21 May 2001 06:32:45 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Thu, 21 Jun 2001 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: schlamadinger 146/1611 f005628
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: Vienna University, Austria
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- Xref: businessnews.de.uu.net de.rec.film.kritiken:1626
Hallo!
168 Apollo Wien (Sneak) 17.04.01
Almost Famous, USA 2000
Genre: Tragikkomödie
Laufzeit: 123 Minuten
Regie: Cameron Crowe
Darsteller: Patrick Fugit (William Miller), Kate Hudson (Penny Lane), Billy
Crudup (Russell Hammond), Frances McDormand (Elaine Miller), Philip Seymour
Hoffman (Lester Bangs), Anna Paquin (Polexia)
Bewertung in der Internet-Movie-Database: 8,4
Sex, Drugs & Rock n' Roll bestimmte das Leben der Tennager in den 70er
Jahren. Cameron Crowe schuf mit "Almost Famous" dazu beinahe schon ein
kleines dokumentarisches Meisterwerk.
Worum geht's?
Durch seine rebellische Schwester, welche vor ihrer tyrannischen Mutter
flieht, wird William Miller in die Geheimnisse der Musik eingeweiht. Dies
sollte seine weitere Jugend nachhältig prägen und sein Berufswunsch ist es
Rockjournalist zu werden. Dazu sucht er den Guru unter den Rockkritikern
auf, der ihm einen Rat mit auf den Weg gibt: Sei immer ehrlich, sei
gnadenlos und falle nicht auf falsche Freunde rein. Durch seine Mitarbeit in
einer Rockzeitschrift wird das große Magazin "Rolling Stone" auf William
aufmerksam, welches ihm bald darauf anbietet für sie einen Artikel zu
schreiben. Er soll Rockmusiker befragen, was sie von der Musik halten und
warum sie eine musikalische Karriere einschlugen. Gleich beim nächsten
Konzert versucht er dafür die Gruppe "Black Sabbath" danach zu befragen,
doch stattdessen landet er dank des Groupies Penny Lane bei der Band "Still
Waters", welche im so sehr imponiert, sodass er statt eines kleinen
Interviews, gleich die ganze Tour mitmacht. Das Penny Lane ebenfalls dabei
ist, ist für Willam Motivation genug um diese Reise auf sich zu nehmen....
Ich meine:
Cameron Crowe wusste genau, was er tat, als er die Figur des William Miller
schuf, war doch auch er in den 70er Jahren interessierter Beobachter der
Musikszene. Biographisch ist der Film aber keineswegs wie er versichert,
dafür gibt er aber einen sehr guten Einblick in die damalige Zeit und lässt
a) jene, welche die Zeit miterlebt haben in Erinnerungen schwelgen und b)
Jugendliche von heute mit dem Kopf schütteln. "Mache dich frei von allem und
jedem" schien das Motto zu lauten und die Idole schienen ihren Fans
vorzuzeigen, wie man sich auf dem schnellsten Wege ins Grab säuft und fixt.
Jetzt liegt es mir natürlich fern irgendein Werturteil über diese Zeit
abzugeben, da ich sie nicht miterlebt habe, aber es Bedarf wohl der 70er
Jahre Mentalität um diese kuriose Zeit richtig verstehen und würdigen zu
können.
Das es für diesen Film nur für einen Oscar gereicht hat (Bestes
Originaldrehbuch) ist ziemlich schade, waren doch einige andere Darbietungen
in diesem Film ebenfalls oscarreif. Allen voran natürlich die famose
Vorstellung von Kate Hudson, die in dieser einen Rolle wohl sämtliche
Filmrollen ihrer Mutter Goldie Hawn (von Kurt Russell ganz zu schweigen)
übertrifft. Wie ein alter Hase in diesem Geschäft zieht sie die ganze
Aufmerksamkeit auf sich wenn sie im Bild ist und jediglich Frances McDormand
und Patrick Fugit können ihr annähernd das Wasser reichen. Fing Hudsons
Karriere mit Filmen wie "Tödliche Gerüchte" und "Dr. T and the women" an, so
dürfte sie wohl seit "Almost Famous" in der A-Liga in Hollywood mitspielen.
Auch wenn ich privat mit der hier gehörten Musik nicht viel anfangen kann,
so wird man durch die musikalischen Darbietungen zum mitwippen angeregt und
während der Laufzeit dieses Films in die damalige Zeit hinein versetzt.
Simon & Garfunkel waren damals noch megacool, Mick Jagger gerade erst am
Beginn seiner Karriere und Bands, welche ihre Richtung ganz danach
ausrichten, wo das meiste Geld herkommt, gab es früher nicht. Musik war
damals kein Geschäft, sondern eine Philosophie (wobei ich nicht glaube, dass
für die Rolling Stones das Musikmachen heute noch eine Philosophie ist). Und
auch wenn sich viele Bands von damals neu formieren oder viele Bands deren
Hits covern so wird es wohl nie mehr so sein wie in den 70ern. In vielerlei
Hinsicht schade, aber andererseits ist das glaube ich auch ganz gut so.
Fazit: "Almost Famous" ist ein vorzüglicher, amüsanter Rückblick auf die
Siebziger, der genau so philosophisch ist wie die Zeit welche er unter die
Lupe nimmt.
Persönliche Bewertung des Films: 8/10.
Spannung: Unterhaltung: Spaß: Anspruch: (Wertung bis 5)
3 5 3 4
für Fans von: High Fidelity
mehr von Cameron Crowe (Regie)? Jerry Maguire, Vanilla Sky
mehr von Kate Hudson? Tödliche Gerüchte, Dr. T and the women
mehr von Patrick Fugit? Filmdebüt
weitere Kritiken: www.imdb.com
www.filmkritik.at
offizielle Site: http://www.almost-famous.com/
Grüße,
Claus
(c) Claus Schlamadinger
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