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Kritik: A.I. (2001)
- Subject: Kritik: A.I. (2001)
- From: "Lukas Heinser" <heinser@gmx.de>
- Date: 20 Sep 2001 07:18:27 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Sun, 21 Oct 2001 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: heinser 36/1752 imdb0212720
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: None
- Reply-to: "Lukas Heinser" <webmaster@roughroad.de>
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- Xref: read.news.de.uu.net de.rec.film.kritiken:1788
A.I. - Künstliche Intelligenz
von Lukas Heinser
Drei junge Männer um die 18 stehen verstört vor einem öffentlichen
Lichtspielhaus und können sich nicht mal mehr dazu durchringen, ein Bierchen
trinken zu gehen. Was ist passiert: sie kommen gerade aus A.I. - Künstliche
Intelligenz und verstehen die Welt nicht mehr. Da sie leider nur über
natürliche Intelligenz verfügen, sind ihre Gehirne mit der Verarbeitung des
gerade Gesehenen so überfordert, dass sie nicht mal mehr gerade Sätze auf
die Reihe kriegen: "Hmm, das war ja irgendwie... na, ja, also ich hab's
nicht so ganz verstanden, also eigentlich... hmmm."
Tja, wo Steven Spielberg drauf steht, kann auch mal Stanley Kubrick drin
sein, auch wenn der schon zwei Jahre tot ist. Sein Nachlass war das Script
zu A.I. und der Nachlassverwalter hat sehr im Sinne des Verstorbenen
gearbeitet. Nun habe ich Kubrick auf Anhieb noch nie verstanden, aber
gepaart mit dem Spielberg-typischen Familienkitsch war das ganze für mich
ziemlich unverdaulich.
Dabei fing doch alles so logisch an: weil ihr Sohn seit Jahren im Koma
liegt, adoptiert ein Paar einen Roboter, der hundertprozentig wie ein echter
Junge aussieht und mit allen Vorzügen der Technik ausgestattet ist. Und er
kann so programmiert werden, dass er seine Mutter auf ewig liebt. Das klappt
auch alles so lange ganz toll, wie der Sohn im Koma liegt. Als er in die
Familie zurückkommt, kommt es zu, unter Geschwistern üblichen,
Eifersüchteleien, nur dass das Robotorkind natürlich immer etwas perfekter
ist. Und so setzt man den Electro Boy einfach im Wald aus, nur mit seinem
Electro Teddy in der Hand.
Zum elektronischen Jungen und seinem elektronischen Kuscheltier gesellt sich
noch ein elektronischer Gigolo und dann beginnt das große Abenteuer, denn
Roboter werden verfolgt und zur Volksbelustigung zerstört. Der elektronische
Junge möchte aber liebend gerne ein echter Junge sein und so sucht er die
blaue Fee, die auch schon Pinocchio zu einem echten Jungen gemacht hat.
"Watt?!?" Ja, genau, Pinocchio! Damit ist die Märchenstunde eröffnet, nur
dass der Märchenonkel vorher LSD eingeworfen zu haben scheint. Die Drei
befinden sich unentwegt in irren Situationen, in denen dann eigentlich doch
gar nichts passiert. Irgendwann kommt dann eine sehr interessante Stelle und
man denkt "Aha, gutes Ende", aber dann dauert der Film noch eine
Dreiviertelstunde.
Am Ende saß ich im Sessel und dachte nur noch "Hä?". Der Film ist bestimmt
gut, aber ich hab ihn schlichtweg nicht verstanden. Haley Joel Osment (Sixth
Sense) und Jude Law (Der tallentierte Mr. Ripley) spielen wirklich
großartig, auch die anderen Schauspieler sind klasse, aber das alles hat mir
nicht weiter geholfen. Hätten sie das Telefonbuch von Wuppertal vorgelesen,
hätte mich das nicht mehr verwirren können.
Nun ist ja bekannt, dass sowohl Spielberg als auch Kubrick ihren Filmen
gerne Botschaften anhängen, aber was wollen sie mir mit A.I. sagen? Da
klingt das "Essen ist fertig" aus der Küche doch viel verständlicher.
befriedigend
A.I. - Künstliche Intelligenz
OT: A.I. - Artificial Intelligence
USA 2001, 145 Min.
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Haley Joel Osment, Jude Law, Frances O'Connor, William Hurt, Sam
Robards
Für Fans von: Blade Runner, 2001 - Odyssee im Weltraum, The Sixth Sense,
Mission to Mars
Link: http://www.a-i-derfilm.de
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"Good morning son, I am a bird, wearing a brown polyester shirt"
(Ben Folds - Still fighting it)
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