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Kritik: American Pie 2
- Subject: Kritik: American Pie 2
- From: "Claus Schlamadinger" <a9804531@unet.univie.ac.at>
- Date: 26 Sep 2001 07:23:01 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Sat, 27 Oct 2001 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: schlamadinger 178/1756 imdb0252866
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: Vienna University, Austria
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- Xref: read.news.de.uu.net de.rec.film.kritiken:1792
Hallo!
235 Haydn 20.09.01
American Pie 2, USA 2001
Genre: Komödie
Laufzeit: 100 Minuten
Regie: James B. Rogers
Darsteller: Jason Biggs (Jim), Chris Klein (Oz), Eddie Kaye Thomas (Finch),
Seann William Scott (Stifler), Thomas Ian Nicholas (Kevin), Alyson Hannigan
(Michelle), Tara Reid (Vicky), Natasha Lyonne (Jessica), Mena Suvari
(Heather), Shannon Elizabeth (Nadia), Eugene Levy (Jims Vater)
Bewertung in der Internet-Movie-Database: 7,2
Wer hätte sich gedacht, dass gerade der Begründer der Brachialkomödie dem
bereits tot geglaubten Genre neues Leben einhauchen kann?
Worum geht's?
Ein Jahr nach den letzten Eskapaden der vier Freunde Jim, Oz, Finch und
Kevin haben sich ihre Wege getrennt, besuchen sie doch alle unterschiedliche
Colleges. Doch in den Sommerferien sind sie wieder vereint und bei den
Frauen nach wie vor alles andere als erfolgreich. Das soll sich jetzt aber
ein für alle mal ändern und so fahren sie zu fünft (Großmaul Stifler ist
auch mit von der Partie) in die Ferien und mieten sich ein Strandhaus, wo
sie die Sau rauslassen können. Leider klingt das in der Theorie zwar ganz
vernünftig, scheitert jedoch vorerst an den fehlenden Mädels. Bei der
Sommerabschlussparty allerdings sollten sich die Träume der fünf Teenager
erfüllen....
Ich meine:
Seit "American Pie" 1999 das Genre der Brachialkomödie begründet hat, musste
man als geplagter Kino- und vor allem Sneakbesucher eine jede Menge Schrott
über sich ergehen lassen und hat dieses Jahr mit "Tomcats" wohl den
absoluten Tiefpunkt erreicht. Das Genre schien ausgesaugt von jeglicher
Innovation, doch völlig unerwartet legt der "Urvater" mit einem
erfrischenden zweiten Teil wohl den Grundstein für ein Vielzahl von weiteren
Komödien dieser Art.
Antiheld Jim steht wieder im Mittelpunkt, wenn er gemeinsam mit Oz, Kevin
und Finch versucht die Hormone unter Kontrolle zu halten, um sich nicht auf
das erstbeste Mädchen zu stürzen. Oz hat es da besonders schwer, muss er
während des Sommers auf Freundin Heather verzichten, die eine Europareise
unternommen hat. Kevin trauert seiner Highschool-Liebe Vicky nach und Finch
versucht sich mit fernöstlicher Meditationstechnik auf Stiflers Mom
vorzubereiten, die ihm seit ihrer gemeinsamen Nacht aus Teil eins nicht mehr
aus dem Kopf geht. Am Schlimmsten ergeht es allerdings Jim, der mit Bangen
dem Ende des Sommers entgegenblickt. Da hat sich nämlich Austauschstudentin
Nadia angesagt, die klar zu erkennen gibt was sie von ihm will. Doch seit
seinem ersten Mal mit Michelle ist er bis jetzt kein zweites Mal zum Schuss
gekommen und ist sich bezüglich seiner Qualitäten als Liebhaber mehr als
unsicher.
Eines sollte mit dieser kurzen Erläuterung zu den Charakteren verdeutlicht
worden sein: Jene, die bereits den ersten Teil gesehen haben, werden sich
ungleich mehr über einige Szenen amüsieren als andere. Besonders die kleinen
Reibereien zwischen Stifler und Finch sind noch witziger wenn man weiß, dass
sich Finch bei der Abschlussparty im ersten Teil mit Stiflers Mutter
vergnügt hat.
Beinahe sämtliche Gags gehen stets den äußerst schmalen Grat zwischen
unendlicher Peinlichkeit und ehrlich gemeinten Schenkelklopfern. Es klingt
zwar nicht wirklich danach, aber solche Szenen wie jene von Stifler, in der
er angepinkelt wird und dies sichtlich genießt, könnten sogar all jene zum
Lachen animieren, die normalerweise bei solchen Peinlichkeiten im Kinosessel
versinken (ich muss es wissen :-) ). Die meisten Lacher können, wie auch
bereits in Teil eins, Jim und sein Dad (Eugene Levy in seiner wohl besten
Rolle) verbuchen. Auch all jene, die nur in den Keller lachen gehen, müssen
einfach losprusten, wenn Jim mit seiner Hand an seinem besten Stück
festklebt oder vor Publikum ein beeindruckendes Trompetensolo hinlegt. Es
gibt aber natürlich auch richtig miese Szenen, die dann zu allem Überdruss
auch noch fürchterlich in die Länge gezogen werden.
Wenn man sich die Mühe macht und das Filmarchiv auf meiner Site aufsucht
(wow, versteckte Werbung :-) ), wird man feststellen, dass ich Teil eins
nicht gerade mit Begeisterungsstürmen bedacht habe. Zu dieser Meinung stehe
ich nach wie vor, muss aber zugestehen, dass sich die beiden "American
Pie"-Teile äußerst wohltuend vom Rest seiner Konkurrenz hervor hebt. Ich
meine zwar noch immer, dass die äußerst derbe Sprache nicht nötig wäre, aber
die Entwicklung der Charaktere und der Schauspieler (die man nach dem ersten
Teil schon in anderen Rollen bewundern konnte) lassen schon soetwas wie ein
heimliches Gefühl aufkommen, wenn man sie über die Leinwand laufen sieht.
Bis "American Pie 3" haben Jason Biggs & Co. wieder genug Zeit sich im Genre
zu beweisen, nur mit Mena Suvari, Tara Reid und den anderen weiblichen
Darstellerinnen würde ich da nicht mehr rechnen, denn diese haben sich
bereits in diesem Teil ihre Rollen auf ein Minimum reduzieren lassen.
Fazit: "American Pie 2" ist der geglückte Versuch die Brachialkomödie wieder
aufleben zu lassen. Möge sich die Konkurrenz ein Beispiel daran nehmen....
Persönliche Bewertung des Films: 6/10.
Spannung: 0 Unterhaltung: 4 Spaß: 4 Anspruch: 0 (Wertung bis 5)
mehr von James B. Rogers (Regie)? Say it isn't so
mehr von Jason Biggs? Loser, Saving Silverman, Boys and Girls
mehr von Seann William Scott? Ey Mann, wo is' mein Auto?, Evolution
mehr von Chris Klein? Say it isn't so
weitere Kritiken: www.imdb.com
www.filmkritik.at
offizielle Site: http://www.americanpiemovie.com/
Grüße,
Claus
(c) Claus Schlamadinger
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