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Kritik: American Pie 2 (2001)
- Subject: Kritik: American Pie 2 (2001)
- From: Stephan Flory <stephan@moovienet.de>
- Date: 5 Oct 2001 06:32:19 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Mon, 05 Nov 2001 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: flory 98/1762 imdb0252866
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: T-Online
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
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"American Pie 2"
INHALT
Fünf Freunde verbringen ihre College-Ferien in einem Haus am See.
KRITIK
Im Jahre 1999 bereitete "American Pie" für eine Schwemme von
Teenie-Komödien, die pubertäre Zoten mit Ekel-Humor, der die Grenze des
guten Geschmacks weit hinter sich läßt, verbinden. Mittlerweile ist das
Genre praktisch ausgelutscht, doch der Nachfolger zum erfolgreichsten
Film dieser Gattung muß natürlich noch eins drauf setzen. Sämtliche
Figuren des ersten Teils tauchen auch hier wieder auf, nur befinden sich
die meisten in recht festgefahrenen Situation und die Drehbuchautoren
müssen sie dort irgendwie herausbugsieren. Dies gelingt jedoch in den
seltensten Fällen. Die Beziehung zwischen Oz (Chris Klein) und Heather
(Mena Suvari) beispielsweise entwickelt sich kein Stück weiter. Und
alles andere, das sich irgendwie entwickelt, ist ohnehin vorhersehbar.
Zudem wurde wieder einmal der Fehler gemacht und im Trailer schon wieder
die besten Gags präsentiert. Wer die zugegebenermaßen gut inszenierte
Eröffnungsszene mit Jim (Jason Biggs) und Jims Dad (köstlich: Eugene
Levy) schon 20 mal in der Vorschau gesehen hat, kann den
Unterhaltungswert wohl kaum mehr voll ausschöpfen. Und bei der akuten
Handlungsarmut dieses Sequels ist das fatal.
Die Inszenierung wirkt im Allgemeinen ebenso antiquiert und unoriginell
wie im ersten Teil, nur daß Regisseur J.B. Rogers (im ersten Teil noch
Regieassistent) noch weniger Gefühl für Timing und Schauspielerführung
hat als Paul Weitz, der "American Pie" inszenierte. Daran liegt es wohl
auch, daß die jungen Darsteller nicht an ihre durchaus annehmbaren
Leistungen aus dem ersten Teil anknüpfen können, sondern lediglich in
der Gegend herumdilettieren. Erfreuliche Ausnahmen bilden lediglich
Eddie Kaye Thomas, der als tantrabegeisterter Finchy zwar einen
undankbaren Part hat, aber diesen zumindest überzeugend herüberbringt,
und vor allem Alyson Hannigan, die Flötenspielerin Michelle aus dem
Ferienlager. Daß sich Jim am Ende seiner Liebe zu ihr bewußt wird, ist
wohl die einzige einigermaßen überraschende Wendung im Film, auch wenn
sie sich schon früh ankündigt, wenn die Inszenierung Michelle plötzlich
ganz anders zeigt als wir sie kennen. Regelrecht als manipulativ könnte
man bezeichnen, wie der Zuschauer darauf vorbereitet wird, daß sie bald
nicht mehr die schrullige Spießerin aus dem Orchester, sondern ebenfalls
Sympathieträgerin ist.
"American Pie 2" ist wegen zahlreicher Bezüge zum ersten Teil für
Zuschauer, die den ersten Teil kennen oder sogar mögen, zumindest von
geringem Unterhaltungswert. Alle anderen sollten von dieser über weite
Teile dilettantisch inszenierten und gespielten Klamotte lieber gleich
absehen. Und wieder einmal muß ich mir die Frage stellen: Wieso lachen
um mich herum 700 Menschen jedesmal lauthals, wenn jemand etwas in den
Mund nimmt, was ein anderer bereits in irgendeiner Körperöffnung hatte?
O-Titel : "American Pie 2", USA 2001
mit Jason Biggs, Shannon Elizabeth, Alyson Hannigan, Chris Klein,
Natasha Lyonne, Thomas Ian Nicholas, Tara Reid, Seann William Scott
Regie : James B. Rogers
Buch : Adam Herz
Länge : 105 Minuten
FSK : ab 12 Jahren freigegeben
Start : 27. September 2001
Spaß Spannung Action Erotik Niveau Gesamt
++ + *+
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"Es ist egal, was Du bist. Hauptsache ist, es macht Dich glücklich!"
(Farin Urlaub)
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