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Kritik: 13 Geister
- Subject: Kritik: 13 Geister
- From: "Claus Schlamadinger" <claus.schlamadinger@chello.at>
- Date: 16 Jan 2002 12:47:58 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Sat, 16 Feb 2002 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: schlamadinger 195/1861 imdb0245674
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: Customers chello Austria
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- Xref: read.news.de.uu.net de.rec.film.kritiken:1899
Hallo!
295 Haydn Kino 20.12.01
13 Geister, USA 2001
Originaltitel: 13 Ghosts
Genre:. Horror
Regie: Steve Beck
Darsteller: Tony Shaloub (Arthur Kriticos), Embeth Davidts (Kalina), Matthew
Lillard (Dennis Rafkin), Shannon Elizabeth (Kathy Kriticos), F. Murray
Abraham (Cyrus Kriticos), Alec Roberts (Bobby Kriticos), Rah Digga (Maggie)
Bewertung in der Internet-Movie-Database: 5,4
Wenn das Remake genau so schlecht ist wie das Original, dann ist dabei etwas
gründlich daneben gegangen.
Worum geht's?
Seit dem Tod der Ehefrau und Mutter, musste die Familie Kriticos eine
schwere Zeit durchmachen, doch eine unerhoffte Erbschaft des nur flüchtig
bekannten Onkel Cyrus bringt Vater Arthur und die Kindern Kathy und Bobby
auf andere Gedanken. Cyrus hat seinen Verwandten eine Villa vermacht die
sich dadurch auszeichnet, dass sie komplett aus Glas erbaut und dadurch
komplett durchsichtig ist. Doch bevor man das erhoffte Glück noch richtig
realisieren kann, geschehen merkwürdige Dinge im Haus. Wände verschieben
sich und ein ehemaliger Mitarbeiter von Cyrus schleicht sich ein und erklärt
Arthur, was ihnen ihr guter Onkel hier vermacht hat: Das Haus ist ein
überdimensionales Gefängnis für zwölf Geister, welche im Keller in Käfigen
gehalten werden. Cyrus hatte diese furchteregenden Wesen vor seinem Tod
gefangen um die mittels schwarzer Magie die Weltherrschaft an sich zu
reißen. Dafür benötigt er allerdings noch einen dreizehnten Geist und
langsam erkennt Arthur das er von seinem Onkel für diese Aufgabe auserkoren
wurde. Und wäre das nicht schon schlimm genug, öffnen sich plötzlich die
Käfige der Geister....
Ich meine:
Zur Huldigung des B-Movie-Filmemachers William Castle, der in der Mitte des
letzten Jahrhunderts tätig war und 1968 mit Roman Polanskis "Rosmaries Baby"
seinen größten Erfolg feierte, gründeten Joel Silver (Produzent, "Matrix"),
"Gilbert Adler und Robert Zemeckis ("Forrest Gump", "Verschollen") die
Produktionsfirma Dark Castle, welche sich einzig und alleine auf Neuauflagen
von Castles früheren Filmen spezialisiert hat. So entstand bereits im Jahr
1999 das gefloppte Remake von "House on haunted hill" und steht jetzt "13
Geister" in den Startlöchern, dem es wohl nicht viel besser ergehen wird.
Wieder einmal sperrt man einige Menschen in ein Haus, um sie von einer
Vielzahl an Geistern durch die Räume jagen zu lassen. Diesmal setzt man sie
aber nicht in einem mittelalterlichen Gemäuer, sondern in einem
hochmodernen, gläsernen Palast aus, dessen Gänge sich nahezu minütlich
verändern und sich die Gefangenen dem zu Folge mehrmals unfreiwillig trennen
müssen. Das sollte normalerweise für gepflegte Gruselspannung sorgen, doch
scheinbar lockt dieses Genre wirklich nur mehr die schreckhaftesten unter
den Kinobesuchern den einen oder anderen Angstschrei hervor.
Die ersten 30 Minuten im Haus sind zwar einigermaßen spannend geraten, aber
sobald man das ziemlich eintönige System heraus hat, reagiert Langeweile
pur. Was nützen die sehr guten, schaurigen Masken der Geister (allesamt
Schauspieler, keine Special Effects waren nötig), wenn man sie schon
Sekunden bevor sie ihre Opfer angreifen sieht und man sich so auf sie
einstellen kann? Splattersequenzen werden derart "verdaulich" präsentiert,
dass im Vergleich dazu "Cube" wie ein Gore-Movie wirkt. Noch dazu hat man
auch bei der Wahl der Darsteller alles andere als ein glückliches Händchen
bewiesen. Tony Shaloub und F. Murray Abraham mögen zwar sehr gute
Schauspieler sein, als gepeinigtes Opfer und als satanischer Bösewicht sind
sie in einem B-Movie allerdings eine glatte Fehlbesetzung. Einzig Matthew
Lillard als ehemaliger Mitarbeiter von Cyrus mit hellseherischen Fähigkeiten
passt sich der Atmosphäre sehr gut an und bietet eine recht überzeugende
Leistung.
Es ist mir nicht ganz klar was es für einen Sinn macht, im 21. Jahrhundert
B-Movies neu zu verfilmen. Wenn sich die Remakes neben der technischen Seite
auch inhaltlich hin zu einem ansehnlichen Film entwickelt hätten, könnte ich
es ja noch verstehen, nur wenn man einzig und alleine auf Special Effects
setzt und die Handlung genau so grottig belässt wie sie schon vor 40 Jahren
war, dann darf man sich nicht wundern, dass man damals wie heute bitterbösen
Schiffbruch erleidet.
Fazit: "13 Geister" ist ein Gruselfilm zum Einschlafen, der zwar einige
nette Einfälle zu bieten hat, sonst aber nur eine Randnotiz in der
Filmgeschichte wert ist.
Persönliche Bewertung des Films: 3/10.
Spannung: 2 Unterhaltung: 2 Spaß: 2 Anspruch: 1 (Wertung bis 5)
für Fans von: Das Geisterschloss, House on haunted hill
mehr von Steve Beck (Regie)? Regiedebüt
mehr von Tony Shaloub? The man who wasn't there, Spy Kids, Galaxy Quest
mehr von F. Murray Abrahams? Forrester - Gefunden, Star Trek IX, Amadeus
mehr von Matthew Lillard? Scream, Eine wie keine, Wing Commander
weitere Kritiken: www.imdb.com
www.filmkritik.at
Offizielle Site: http://13ghosts.warnerbros.com/
Grüße,
Claus
(c) Claus Schlamadinger
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