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Kritik: 13 Geister



OT: Thir13en Ghosts
USA 2001

Regie: Steve Beck

Kinostart: 17.01.2002

gesehen am: 19.01.2002



--- Story kurz angerissen ---

Cyrus Kriticos (F. Murray Abraham) ist ein Mann mit einer seltsamen
Leidenschaft; er ist ein Sammler. Allerdings kein gewöhnlicher
Sammler. Während andere mit Briefmarken, Bierdeckeln oder ähnlichen
Dingen ihre meist viel zu kleine Wohnung füllen, fängt er Geister.
Ausgerüstet mit einem guten Dutzend Männern und viel High-Tech (wohl
wichtigstes Equipment: Eine spezielle Brille, die die toten Gestalten
sichtbar macht) hat er bereits elf Exemplare fassen können. Als er
eines Nachts dem zwölften Geist auf einem Schrottplatz nachstellt,
sterben jedoch nicht nur einige Helfer, sondern auch er selbst.

Aber Cyrus war nicht arm und da er trotz seiner Zuneigung zu den
fauligen Toten auch ein Menschenfreund ist, vererbt er seinen
opulenten Wohnsitz an seinen Neffen Arthur (Tony Shalhoub). Als dieser
mit seiner Familie gerade von Cyrus' Anwalt herumgeführt wird, werden
sie plötzlich alle in dem Haus eingeschlossen und machen eine
schreckliche Entdeckung: Cyrus bewahrt in seinem Keller nicht bloss 12
höchst unfreundliche Geister auf ... er war fest entschlossen, 13
Geister zu fangen und hatte mit diesen auch noch finstere Pläne ...


--- Meine Meinung ---

Regisseur Steve Beck verdiente sein Geld früher mit Special Effects.
Als Art Director arbeitete er für ILM bspw. an 'The Abyss'. Seinem
Regie-Debüt '13 Geister' merkt man diese Herkunft deutlich an; der
Film ist eine wahre Augenweide. Schnörkellose CGI-Effekte erfreuen das
Auge und die Geister - wenn sie auch nicht aus der Retorte stammen -
sehen phantastisch unheimlich, oder auch unheimlich phantastisch aus.

Das klingt nach toller Atmosphäre und genau diese könnte es auch geben
.. doch einmal mehr deutet der Konjunktiv die Dunkelheit an, die da
kommt. Geradezu brach liegt das Potential des Stoffes. Die
genial-morbide Optik vor allem der Geister zusammen mit der wenn auch
fast schon kommerziellen aber doch gelungenen Sound-Kulisse; welch
Schockmomente könnte uns diese Symbiose des gepflegten Grusels
bringen, wie eiskalt könnte es uns den Rücken herablaufen. Doch alles
Schall und Rauch. Anstatt selbst in idealisierten Horror-Welten zu
schwelgen tritt Steve Beck mit seinem Machwerk lieber trostlos auf der
Stelle herum, lässt seine Figuren dabei an Glaswänden vorbei, durch
Lüftungsschächte hindurch und um seltsame Gerätschaften herum vor den
Geistern davonlaufen. Das ist leidlich spannend, denn
aussergewöhnliche Schockmomente sind spärlich gesäht und selbst
08/15-Momente aus den Slashern der letzten Jahre sieht man selten.

Dabei hätte '13 Geister' endlich mal frischen Wind in die überfüllte
Genre-Schublade bringen können. Die Geister sind nur mit den
Spezial-Brillen zu sehen; so gibt es Szenen in denen sich die
Protagonisten mit ihnen in einem Raum - nur wenige cm voneinander
entfernt - befinden, ohne von der Bedrohung zu wissen. In diesen
Momenten baut sich eine intensive Atmosphäre auf, die wenig später jäh
zerbricht, wenn die Gefahren bekannt und die Brillen verteilt sind.
Die Möglichkeit der gegebenen zwei Eben wird kaum noch genutzt und es
entsteht der Eindruck, der Film sei die Verfilmung der Jagd auf
'Mister X.' mit schärferem Regelwerk: Scotland-Yard ist viel kleiner
geworden, 'Mister X.' hat seine ganze Familie mitgebracht, übernimmt
obendrein die Rolle des Jägers und wer ihm nicht entkommt, dem wird
auch das Ticket für die U-Bahn nichts mehr nützen.

Was ist diesem Film also ausser einer soliden Grundidee und einer
gelungenen optischen Präsentation noch zugute zu halten? Er driftet
nicht ins Lächerliche. Was sich so banal anhört, ist - betrachtet man
die Entwicklung des Horror-Genres der letzten Jahre - durchaus wert,
erwähnt zu werden. Das Szenario um den luxuriösen Geister-Knast mag
abwegig erscheinen und Hand in Hand gehen mit der stereotypen
Handlung; dennoch bleibt das Ganze (im Rahmen des Mediums) glaubhaft
genug. Das macht '13 Geister' allerdings dennoch höchstens für
Genre-Fans interessant(er).


--- Fazit ---

Genre-Liebhaber werden die Nase gerne in den etwas frischen Wind
halten und sich an der Optik erfreuen; hellauf begeistert werden aber
auch sie das Kino nicht verlassen. Alle anderen sollten gleich auf die
Video-Veröffentlichung warten.

2 von 5 Sternen


-- 
http://www.the-x-perience.de