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Kritik: A Beautiful Mind



>                       A Beautuiful Mind
>             Sneak 20.02.2002 Residenz (Bückeburg)


Hundemüde vom Umzug und ohne Begleitung erreichte ich recht früh das
Residenz in Bückeburg um freudig festzustellen, daß "mein" Platz in der
neunten Reihe noch zu haben war. Der Saal war trotz der "Feuer, Eis und
Dosenbier"-Katastrophe der vorhergehenden Woche sehr gut besucht ...
leider merkte man das auch an der Luft. Bitte, bitte macht ein
Nichtraucherkino aus dem Resi!

>                          Zum Inhalt ...

John Nash (Russel Crowe) kommt mittels Stipendium an die Princeton
Universität. Dort soll der hochbegabte Mathematiker zusammen mit
etlichen anderen Kommilitonen zur angehenden Elite amerikanischen
Wirtschaft ausgebildet werden. Doch Nash ist nicht nur privat eher
sonderlich. So hält er z.B. die Vorlesungen der Professoren für
Zeitverschwendung und verbringt lieber Tage in der Bibliothek um
abstruse Theorien über die Bewegung der Tauben auf dem Pausenhof
aufzustellen.

Während seine Kameraden längst eigene Texte veröffentlicht haben und um
zu vergebende Stellen buhlen, sitzt Nash ohne vorzeigbare Ergebnisse auf
dem Trockenen. Während eines Kneipenbummels kommt ihm jedoch ein Gedanke
für eine Theorie, welche ihn schlußendlich an die Spitze seines
Jahrganges katapultiert und ihm die Tore zu höheren Weihen öffnet ...

>                              Hmm ...

Mit Oscarnominierungen überschüttet wurde Ron Howards Drama - und das
war auch schon das einzige, was ich vor dem Besuch der Sneak von diesem
Film wußte. Naja, und Russel Crowe war mir unter anderem aus "Gladiator"
ein Begriff. Dementsprechend waren meine Erwartungen ...

.. welche sich glücklicherweise so nicht erfüllten. "A Beautiful Mind"
schildert autobiographisch den Lebensweg des Mathematikers John Nash,
welcher in jungen Jahren eine These über Spielstrategien aufstellte,
welche später die Wirtschaft nachhaltig beeinflussen sollte und für die
er im hohen Alter mit dem Nobelpreis geehrt wurde. Zwischen diesen
beiden Ereignissen liegt ein Leben voller Höhen und Tiefen. John Nash
ist bereits in Princeton ein teilweise überheblicher Sonderling mit
extremen Kontaktschwierigkeiten. Später stellt sich dies als Symptom
seiner psychischen Erkrankung heraus, die Nash zusehends übermannt und
ihn sowohl geistig und sozial als auch körperlich in den Ruin treibt.

Nash ist an Schizophrenie erkrankt und Russel Crowe spielt das absolut
lebensecht. Sein zerrissenes Ego, der Umgang mit seinen Mitmenschen, die
Gestik und Mimik ist grandios und jederzeit glaubhaft. Wenn jemand für
"Gladiator" einen Oscar bekommt, wüßte ich nicht, wie man für diese
Leistung leer ausgehen sollte. Auf ebensolchem Niveau agieren seine
Co-Stars Ed Harris und Paul Bettany - mit deutlich weniger Präsenz, aber
nicht weniger Spielfreude. Ein wenig blaß bleibt meines Erachtens Nashs
Ehefrau Alicia, die von Jennifer Connelly als kleines Frauchen
interpretiert wird und deren Beweggründe für mich nicht wirklich klar
wurden. Ist Liebe *so* stark und als einziger Grund glaubhaft?

In ruhigen und teilweise unglaublich inszenierten Bildern erzählt Ron
Howard die Geschichte und läßt den Zuschauer teilhaben an der
Zerrissenheit Nashs. Wenn dieser glaubt Zusammenhänge zu erkennen und
Codes zu knacken vergisst man das Atmen. Umso ärgerlicher, daß es gegen
Ende ein wenig kitschig wird und ordentlich auf die Tränendrüse gedrückt
wird - auch wenn das bei mir mal wieder gut geklappt hat. Die
Augenwinkel wurden doch feucht, wenn Nashs Intellekt über seinen Geist
siegt und ihn aus der Asche seines Lebens wieder auferstehen läßt.

Mich würde es auf jeden Fall nicht wundern - und stören schon lange
nicht - wenn "A Beautiful Mind" den Oscar für den besten Film, beste
Regie und besten Hauptdarsteller erhält. Verdient wäre es!

Andreas
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There's always a bigger fish                letztes Update: 03.03.2002