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Kritik: 2002 - Durchgeknallt im All
- Subject: Kritik: 2002 - Durchgeknallt im All
- From: Thomas Taborsky <kino.total@reflex.at>
- Date: 8 May 2002 07:10:31 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Sat, 08 Jun 2002 00:00:00 GMT
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- Keywords: taborsky 9/1972 imdb0157262
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2002 - Durchgeknallt im All
OT: 2001 - A Space Travesty
Land/Jahr: D/CDN 2000
Länge: 99 Minuten
Regie: Allan A. Goldstein
mit: Leslie Nielsen, Ophélie Winter, Ezio Greggio, Peter Egan,
Alexandra Kamp, Damian Mason, Pierre, Verona Feldbusch ua.
Kinostart: 09.05.2002
Der Klamauk geht weiter: Nach "Die Nackte Kanone", "Dracula - Tot,
aber glücklich" und anderen Filmpersiflagen zieht es Leslie Nielsen
jetzt ins Weltall: Als US-Marshal Dick Dix muss er erfahren, dass der
Präsident wahrscheinlich mit einem Klon ausgetauscht wurde. Die
Übeltäter sind wahrscheinlich auf der Mondbasis zu Hause und köcheln
dort ihr Verschwörungs-Süppchen. Also macht sich Dix auf, um den
Tätern das Handwerk zu legen. Allerdings weiß er nicht, nach wem er
suchen soll, denn die Leute, die verdächtigt werden - der
Wissenschaftler Dr. Pratt und seine Assistentinnen - bieten sofort
ihre Hilfe an. Wem kann Marshal Dix trauen und überlebt die Welt
seinen Einsatz?
Als Leslie Nielsen "2002 - Durchgeknallt im All" drehte, war er
bereits 74 Jahre alt - Heute ist er 76 und jetzt erst kommt der Film
in unsere Kinos. Bezeichnenderweise kam er in den USA gleich in die
Videotheken und erlebte seine großen Leinwandpremieren in Japan,
Russland und Tschechien. Das sollte viel über den Film sagen, der sich
dahinter versteckt: Ein internationales Produzentenkonglomerat
versucht verzweifelt, den Erfolg der "Nackten Kanone" nachzumachen,
schafft es auch, Leslie Nielsen zu ködern und glaubt, das reiche zum
Kassenhit: Ganz gegen den Titel kommt Stanley Kubricks Epos nur kurz
vor, aber wenn Dick Dix in der Schwerelosigkeit seinen eigenen
Durchfall schluckt, ist das Schlimmste noch lange nicht vorbei: Als
Hauptattraktion warb man die Französin Ophélie Winter an; Deren
Attribute gehen über die sichtbaren nicht hinaus. Weiters konnte sich
Verona Feldbusch in ein paar Szenen hineinschmuggeln. Die einzige
positive Überraschung in einer Besetzung, an die man sich nicht
erinnern möchte, ist Alexandra Kamp, deutsches Society-Sternchen,
früher einmal Freundin von SAT1-Chef Fred Kogel - und tatsächlich eine
brauchbare Schauspielerin!
36 Millionen Dollar wurden für "2002 - Durchgeknallt im All" verbraten
- Womit, ist unklar: Die Kulissen erinnern an selige "Raumschiff
Enterprise"-Styroporzeiten und die Aliens wirken billiger als die, mit
denen "Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson damals auskommen
musste, als er mit seinem eigenen Geld den Trash-Klassiker "Bad Taste"
drehte. Gegen Ende, bei einer Szene in der Pariser Oper, kommen dann
noch jede Menge Stardoubles vor, wobei eine Ähnlichkeit zum Original
nur selten vorhanden ist. Wer bis dahin noch nicht schreiend aus dem
Kino gelaufen ist, muss sich fragen, ob Leslie Nielsen das Geld so
dringend brauchte, mutwillig seinen Ruf zerstören wollte oder
tatsächlich in einem kurzen Moment der kreativen Umnachtung an das
Projekt glaubte.
Die Wertung: 0 von 5 Punkten (tt)