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Kritik: Dämonisch
- Subject: Kritik: Dämonisch
- From: Andreas Edler <edler@despammed.com>
- Date: 8 Dec 2002 12:58:19 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Wed, 08 Jan 2003 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: edler 153/2089 imdb0264616
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: filmfacts
- Reply-to: andreas@filmfacts.de
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- User-agent: Hamster/1.3.23.185
- Xref: read.news.de.uu.net de.rec.film.kritiken:2135
> Dämonisch
> 04.12.2002 Residenz Bückeburg
> Bundesstart: 12.12.2002
Die Tage werden kürzer, die Nächte länger aber irgendwie bekomme ich
immer noch nicht genügend Schlaf. Trotzdem wollte ich unbedingt in die
allmittwöchliche Sneak ins Resi in Bückeburg. Hat mich doch der Trailer
zu "Herrschaft des Feuers" in der letzten Zeit besonders interessiert.
Und so abwegig schien mir der Film als Sneak-Preview nicht zu sein.
> Zum Inhalt ...
Agent Wesley Doyle (Powers Boothe) ist ein bißchen skeptisch, als er
spätabends in sein Büro gerufen wird. Angeblich gibt es einen Zeugen,
der ihm wesentliches zu seinem aktuellen Fall "Der Hand Gottes" erzählen
kann. Doch der völlig ruhige, aber leicht abgerissen wirkende junge
Meiks (Matthew McConaughey) macht Doyle im Laufe der Schilderung der
Geschehnisse doch neugierig.
Vor etwas mehr als 20 Jahren hatte Papa Meiks (Bill Paxton), der allein
mit seinen beiden Söhnen Adam (Jeremey Sumpter) und Fenton (Matthew
O'Leary) lebt, eine Erscheinung. Gott schickte ihm einen Engel, der ihm
erklärte, daß er und seine Söhne auserwählt seien, die Dämonen auf
dieser Welt zu vernichten. Adam, der jüngere der beiden Söhne, schluckte
die Geschichte sofort, doch Fenton war skeptisch. Wie dem auch sei, Papa
Meiks hatte weitere "Erscheinungen" und es dauerte nicht lange, bis auch
der erste Dämon gefunden war ...
> Hmm ...
Ich glaube, ich habe schon mal ein Poster von dem Film gesehen. Trailer
oder ähnliches sind mir bisher nicht über den Weg gelaufen und so freute
ich mich beim Vorspann, als ich den Namen McConaughey las, auch für
einen ganz kurzen Moment auf "Reign of Fire" ;-)
Bill Paxton hat mit "Dämonisch" einen sehr ruhigen Thriller inszeniert,
bei dem er auch gleich eine der Hauptrollen übernommen hat. Sein Papa
Meiks ist ein ruhiger, gefühlvoller und doch angsteinflößender Geselle.
In jedem Augenblick habe ich ihm abgenommen, daß er die Dämonen für real
hält und seine Kinder aus reinem religiösen Glauben in die Sache
verwickelt. Auch diese beiden "Kleinen" machen ihre Sache sehr gut und
verleiten nicht zum verächtlichen Mundwinkelzucken, wie ich es sonst oft
bei Kindern in Filmen habe. Keine naseweisen Dreikäsehochs, sondern eine
überzeugte und naive bzw. zerrissene und zwiespältige Darstellung von
Adam und Fenton. Nicht ganz das Niveau von Haley Joel Osment in "The
Sixth Sense", aber durchaus beachtlich.
McConaughey, der mir bisher nur als nerviger Langweiler aufgefallen ist
(naja, in "EdTV" war er erträglich), überzeugte als Erzähler auf der
ganzen Linie. Sein Spiel paßte perfekt zum langsamen Erzählfluß der
Geschichte, die dann von Zeit zu Zeit mit teilweisen recht heftigen
"Schockern" das Publikum wieder mit Adrenalin vollpumpt. Dabei geht es
allerdings wenig blutarm zu. Zerschnetzelte Gliedmaßen findet man in
"Dämonisch" nicht, Bill Paxton schafft es mit einfachen Mitteln wie
düsterem Set und einlullender Musik, die Zuschauer zu fesseln und
Zwar ist die Story nicht spektakulär neu oder besonders innovativ, aber
spannend und schlüssig geschrieben. Dem erfahrenen Kinogänger drängt
sich nach kurzer Zeit bereits auf, wie die Rollenverteilung des Films
ist und man kann auch die ein oder andere Wendung bereits im voraus
erahnen, aber das Ende entschädigt trotzdem mit einem überraschenden
Hakenschlag. Daran ändert auch nichts das leicht übertriebene Gerede von
Gott und seinen Engeln.
Überaus gelungener Mystery-Thriller mit erfreulich wenig Effekten und
dafür umso mehr Spannung. So ließ sich ein anderer bekannter Bückeburger
Kinogänger beim Aufstehen während des Abspanns zu einem spontanen
"Daumen nach oben" hinreißen ;-) Und dem kann ich wirklich nur
beipflichten!
Andreas
--
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There's always a bigger fish letztes Update: 06.12.2002