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Kritik: 2084 - Herrschaft des Feuers
- Subject: Kritik: 2084 - Herrschaft des Feuers
- From: Andreas Edler <edler@despammed.com>
- Date: 15 Dec 2002 11:47:45 GMT
- Approved: tln@zedat.fu-berlin.de (drfk-mod)
- Expires: Wed, 15 Jan 2003 00:00:00 GMT
- Followup-to: de.rec.film.misc
- Keywords: edler 154/2092 imdb0253556
- Newsgroups: de.rec.film.kritiken
- Organization: filmfacts
- Reply-to: andreas@filmfacts.de
- Sender: tln@zedat.fu-berlin.de (Thorsten L Nicolai)
- User-agent: Hamster/1.3.23.185
- Xref: read.news.de.uu.net de.rec.film.kritiken:2137
> 2084 - Herrschaft des Feuers
> 12.12.2002 Residenz Bückeburg
Lausig kalt ist es zur Zeit in Deutschland. Da erwartet man auf der
Leinwand doch ein entsprechendes Kontrastprogramm. Da das in der letzten
Woche nicht so richtig geklappt hat, versuchte ich es heuer nochmal um
mir die moderne Version von "Siegfried dem Drachentöter" anzusehen. Und
diesmal konnte ich nach der McConaughey-Einblendung dann auch den
"richtigen" Film bejubeln. Und nicht nur ich, der Film bekam vom knapp
halb besetzten Saal erstmal gehörig Vorschußapplaus.
> Zum Inhalt ...
Der 12jähirge Quinn besucht nach der Schule seine Mutter, die als
Tiefbauingenieurin in London an einem Tunnelprojekt arbeitet. Doch
nachdem er in den Stollen eingefahren ist, überstürzen sich die
Ereignisse. Einer der Bohrer trifft auf eine Höhle, in der etwas
Grausiges erwacht! Quinn kann sich zusammen mit seiner Mutter gerade
noch in den rettenden Fahrstuhl nach oben retten ... leider reicht das
nicht. Kurz vor dem Ausgang erreicht die beiden der Drache - denn nichts
anderes schlummerte seit Jahrmillionen in der Höhle - und tötet im
Vorbeiflug Quinns Mutter, bevor er sich auf den Rest der Welt stürzt.
20 Jahre später, so ungefähr um 2080 rum: die Drachen haben sich
vermehrt wie die Kaninchen und der Menschheit ist es mit ihrer
kompletten Feuerkraft der Militärmaschinierie und der gesammelten
Weisheit der Wissenschaft nicht gelungen den feuerspeienden Bestien
Paroli zu bieten. Die Drachen herrschen, haben die Menscheit bis an den
Rand der Ausrottung gebracht und die Erde verbrannt. Ein paar
versprengte Grüppchen leben versteckt und zurückgezogen in unwirtlichen
Gegenden und harren der Dinge. Eine dieser Gruppen wird vom innzwischen
herangewachsenen Quinn (Christian Bale) mit vorsichtiger Hand angeführt.
Nicht auffallen und schön verstecken ist die Devise. Bis eines Tages Van
Zan (Matthew McConaughey) und seine Mannen erscheinen. Die Ex-Marines
haben alte Panzer, Truppenfahrzeuge und sogar einen Hubschrauber flott
gemacht und jagen Drachen! Leider dezimiert diese Jagd in nicht
unbeträchtlicher Zahl ihre Reihen und Van Zan hofft auf Quinns Beistand
..
> Hmm ...
Das war er also ... hmm. Überraschend kam die Sneak nicht, da der Film
offenbar rumgereicht wird und schon in etlichen Sneaks zu sehen war.
Nichtsdestotrotz habe ich mich natürlich gefreut und wurde nicht
enttäuscht.
David Bowmann, der zuvor für die große Leinwand den Akte-X Film
dirigierte und ansonsten "nur" TV-Serien Erfahrung aufzuweisen hat, ist
ein ganz ansehnliches Endzeit-Fantasy-Helden-Spektakel gelungen. Daß die
Geschichte dabei sogar noch eine gewisse Individualität, wenn auch nicht
unbedingt Plausibilität, mitbringt soll dem Ganzen nicht weiter zum
Nachteil sein. Die Dinosaurier verbrannt von wilden Drachenhorden? Naja,
hab' schon bessere Märchen gehört. An einigen Stellen geht Bowmann
offensichtlich auch der Faden verloren und man hat als Zuschauer das
große Fragezeichen vor der Stirn.
Glücklicherweise bekommt die an sich recht behäbige Geschichte immer
dann wieder ein wenig Fahrt, wenn man gerade anfängt zu grübeln warum
Van Zan jetzt dies und Quinn das macht. Sei's drum. Die Darsteller geben
sich halbwegs Mühe um mal besorgt, mal nichtssagend und mal resigniert
zu wirken. Das klappt für den Anspruch des Films akzeptabel.
McConaughey, den ich letzten noch als nervigen Dauergrinser titulierte,
sieht ordentlich martialisch aus und gibt sich mit der halben Zigarre im
Mund passend wort- und ausdruckskarg. Christian Bale wandelt sich vom
pessimistischen Fürsorger zum Hau-Drauf und darf mit der herben Izabella
Scorupco flirten.
Die eigentliche Attraktion sind jedoch die Napalm speienden Drachen, die
zwar spärlich auftauchen, dann aber wirklich gut und echt aussehen. So
echt, wie ein Drachen halt aussehen kann. Flüssige Bewegungen und das
allgemein dunkle Bild lassen die Urviecher bedrohlich wirken. Überhaupt
ist der ganze Film recht düster. Einmal wegen der Stimmung, zum anderen
aber wohl auch um die billigen Sets nicht ganz so billig aussehen zu
lassen, wie sie offenbar sind. Und hier ist Bowman der Trick gelungen -
ähnlich wie es seinerzeit David N. Twohy bei "Pitch Black" gemacht hat.
Fragt sich nur, warum der Film dann so teuer war?
"Reign Of Fire" ist sicher kein Meilenstein des Genres, bietet aber eine
eigene Story, akzeptable bis gute Effekte und anhaltende Spannung. Was
will man noch mehr?
Andreas
--
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There's always a bigger fish letztes Update: 15.12.2002